Sport : SV Babelsberg: Mit Präzision und Glück

Michael Meyer

Hermann Andreew ist Realist. So meinte er, bei aller Freude über den gelungenen Auftakt: "Unser Sieg ist glücklich. Arminia hätte genauso gut gewinnen können." In der Tat. Doch das Glück stand im Stadion Auf der Alm dem von Andreew trainierten SV Babelsberg zur Seite. In der 90. Minute gelang Enrico Röver das Tor, das im Fußballduell des Zweitliga-Aufsteigers mit dem Ex-Bundesligisten aus Bielefeld den 1:0 (0:0)-Sieg bedeutete.

Die letzten Sekunden hatten es in sich. Da hob Wichniarek den Ball über den weit herausgelaufenen Babelsberger Torhüter Alexander Kunze hinweg - doch der Ball klatschte gegen den Innenpfosten und von da ins Spielfeld zurück. Im Gegenzug, als der Schiedsrichter schon auf die Uhr sah und die ersten der 10 000 Zuschauer bereits gegangen waren, sprang für Babelsberg noch ein Freistoß heraus. Und bei dem zirkelte Röver den Ball präzise über die Mauer hinweg. Bielefelds Torhüter Hain ahnte zwar die richtige Ecke, hatte aber das Pech, dass der vom Pfosten abspringende Ball gegen seinen Rücken und von da ins Netz sprang.

Jener Enrico Röver hatte schon in der ersten Halbzeit zwei Großchancen, als er erst gegen den linken Pfosten des Bielefelder Tores und beim Nachschuss gegen den rechten traf. Schon da hätten die Gastgeber, die auf fünf verletzte Stammspieler verzichten mussten, in Rückstand geraten können. Dem Spielverlauf hätte das freilich nicht entsprochen. Denn in den ersten 30 Minuten war Bielefeld die klar bessere Mannschaft, scheiterte aber immer wieder am glänzenden Torhüter Kunze, neben dem Albaner Mentor Miftari Bester beim SV 03. Später kamen die Babelsberger besser ins Spiel. Am Ende gab das Glück den Ausschlag. Und Andreew durfte noch sagen, dass man "mit Respekt, aber ohne Angst" in Bielefeld aufgetreten war.

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