Sven Hannawald : Orientierung im Cockpit

Benedikt Voigt über den Neuanfang von Sven Hannawald

Benedikt Voigt

Ist das jetzt das nächste Comeback? Kehrt in Sven Hannawald der nächste deutsche Sportstar nach Michael Schumacher zurück? Natürlich nicht. Sven Hannawald ist ein Held des Skispringens, dass er sich jetzt im Motorsport als GT-Masters-Fahrer versucht, wird aller Wahrscheinlichkeit nach eine Fußnote im deutschen Sportgeschehen bleiben. Für Hannawald aber ist es ein ganzes Buch.

Fünf Jahre lang hat er nach einer neuen Aufgabe für sein Leben gesucht, nun glaubt er, sie gefunden zu haben. Man darf, man muss sich freuen mit Sven Hannawald, der im Skispringen alles erreicht hat, was es zu erreichen galt. Nach dem erzwungenen Rücktritt – er litt am Burn-out-Syndrom – wirkte er lange orientierungslos. Der Motorsport soll nun sein Leben bestimmen, und man möchte ihm wünschen, dass alles so funktioniert, wie er sich das vorstellt. Man möchte ihm auch wünschen, dass er Menschen begegnet, die an seine sportlichen Fähigkeiten glauben, und nicht zum Spielzeug von Managern wird, die an seinem Namen verdienen wollen. Und man möchte ihm wünschen, dass er so viel Talent für den Motorsport besitzt, dass er diese Aufgabe so lange wie nur möglich fortführen kann.

Denn wie wichtig es ist im Leben, eine Aufgabe zu haben, hat Sven Hannawald in den Jahren zuvor feststellen können. Genau deshalb wären ein Studium oder ein Bürojob für Sven Hannawald auch nicht schlecht gewesen. Eine Sportkarriere ist, das weiß besonders Hannawald, endlich.

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