Sport : Sydney 2000: Hauptstadt der Verbote

Sydney verwandelt sich in der Zeit der Olympischen Spiele in eine Welt-Hauptstadt der Verbote. Am Dienstag verabschiedete das Staats-Parlament von Neusüdwales ein Gesetz, das Rauchen in Restaurants, Einkaufszentren oder Casinos verbietet. Scharfe Restriktionen und saftige Strafgelder drohen auch Autofahrern, Händlern, Demonstranten, Piloten, Zuschauern und den rund 10 200 Athleten. Damit kommt auf die Polizei wesentlich mehr Arbeit zu als derzeit bei Sicherheits-Checks mit Hund (siehe Foto) im Olympia-Park.

Wer den Glimmstengel an verbotenen Plätzen qualmen lässt, muss 700 Mark Strafgeld zahlen, die Betreiber von illegalen Parkplätzen im Umkreis von fünf Kilometern um olympische Sportstätten 25 000 Mark. Aber auch als Zuschauer lebt man gefährlich: Wer flucht, ein T-Shirt mit einem Aufdruck wie "Sch... Olympia" trägt, kann rausgeworfen und bestraft werden. Ein Spurt auf den Rasen des Olympiastadions zieht ein zwölfmonatiges Stadionverbot und die Vorladung vor Gericht nach sich. Mit 300 000 Mark belangt werden können Piloten, die mit Leichtflugzeugen in den Luftraum über den olympischen Wettkampfstätten eindringen, wo sie möglicherweise zudem noch von einem der Überwachungsfluggeräte der Polizei "attackiert" werden.

Auch die Sportler sind von Verboten betroffen. Das - übrigens im gesamten Olympia-Bundesstaat Neusüdwales in der Zeit der Spiele generell verbotene - Wetten auf den eigenen Sieg oder den eines Konkurrenten kann in schlimmen Fällen mit dem Entzug der Medaillen oder dem Ausschluss aus Wettkämpfen bestraft werden.

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