Sport : Symbol des Aufschwungs

Eisbär Draxinger für Deutschland-Cup nominiert

Katrin Schulze

Berlin - Für Tobias Draxinger war es ein merkwürdiger Abend. Gerade hatte sich der Eisbären-Profi nach der 4:5-Niederlage seines Teams am Sonntag in Mannheim von seiner Eishockeyausrüstung befreit, da rief ihn der Manager der deutschen Nationalmannschaft an. „Als ich die Nummer auf dem Handy sah, habe ich mich riesig gefreut“, sagt Draxinger. Carlos Vogel teilte dem Verteidiger an diesem Abend mit, dass er für den verletzten Wolfsburger Petr Macholda nachträglich in den Kader für den Deutschland-Cup vom 8. bis 11. November in Hannover rückt. Eigentlich wollte Bundestrainer Uwe Krupp dem 22 Jahre alten Draxinger nach einer Verletzung zu Saisonbeginn eine Pause im Nationalteam gönnen. „Aber wir haben uns dann doch für ihn entschieden, weil er schnell wieder in Form gekommen ist“, sagt Krupp.

Draxinger ist Symbol des Aufschwungs der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft. Noch vor zwei Jahren beobachtete er als Jugendnationalspieler den Abgesang auf das deutsche Eishockey, nachdem das A-Team unter Greg Poss bei der WM in Wien in die B-Gruppe abgestiegen war. Doch mit einem personellen Umbruch führte der ehemalige NHL-Profi Krupp die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) sofort wieder zurück in die Spitzengruppe und erreichte im Frühjahr dieses Jahres bei der WM in Moskau einen überraschenden neunten Platz. „Wir haben gezeigt, dass wir an einem guten Tag jeden schlagen können“, sagt Draxinger. Mit Tschechien bezwangen die Deutschen sogar den Weltmeister von 2005. Das Turnier in Russland war allerdings nur ein kleiner Schritt in Richtung eines großen Ziels: Im Jahr 2010 wollen die Deutschen vor heimischem Publikum mit einer gewachsenen Mannschaft mindestens das Viertelfinale erreichen.

Als „nächsten wichtigen Schritt“ dahin sieht Krupp nun den Deutschland-Cup. Nachdem sein Team gestern im letzten Testspiel die USA in Köln 4:2 (2:0, 0:1, 2:1) besiegte, trifft es heute zum Auftakt des Turniers erneut auf die Amerikaner (20 Uhr). Nur wenn die DEB-Auswahl auch diese Begegnung und das zweite Gruppenspiel am Samstag gegen Dänemark (18 Uhr, live auf DSF) gewinnt, erreicht sie das Finale am Sonntag. Obwohl der letzte Erfolg in dem Turnier elf Jahre zurückliegt, „ist dieses Mal ist alles drin“, glaubt Draxinger. Katrin Schulze

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben