Sport : Synchron zum Erfolg

Die Wasserspringerinnen Kotzian und Schmalfuß holen EM-Silber

Hans-Peter Sick

Madrid. Für die Wasserspringer des Deutschen Schwimm-Verbandes hätten die Europameisterschaften in Madrid nicht besser beginnen können. Da sich die meisten deutschen Schwimmer im Vorfeld von Olympia den kontinentalen Titelkämpfen verweigern, liegt die Last nun auf den Schultern der Wasserspringer. Und die erfüllen die Hoffnungen. Die Berlinerinnen Ditte Kotzian und Conny Schmalfuß gewannen Silber im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett, genauso wie Heiko Meyer (Riesa) und Tony Adam (Dresden) im Synchronspringen vom Turm. Schon vor zwei Jahren hatten Kotzian und Schmalfuß bei der EM in Berlin im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett den Titel geholt.

Den musste das Tandem am Samstag wieder abgeben. Diesmal gewannen die Russinnen Vera Ilina und Julia Pachalina. „Die haben nicht den geringsten Fehler gemacht und waren wesentlich stärker, als vor zwei Jahren“, sagte Ditte Kotzian neidlos. Und auch Conny Schmalfuß stellte fest: „Die waren heute nicht zu schlagen.“ Mit 302,64 Zählern sprangen die Deutschen bereits in Richtung ihres Maximums. Und obwohl die Russinnen 337,38 Punkte holten, war Trainerin Ursula Klinger mit ihren Springerinnen durchaus zufrieden. „Sie haben selten mehr Punkte erreicht“, sagte sie.

Natürlich hatten auch die Wasserspringer in Madrid die Olympischen Spiele im Sommer in Athen schon im Hinterkopf. „Bis dahin müssen wir noch etwas zulegen, unser Sprungprogramm stabilisieren“, sagte Conny Schmalfuß. „Wir waren im Februar beim Weltcup Dritte. Da war die gesamte Weltelite am Start, dies ist ein Platz, den wir gern wieder hätten“, sagte die 28 Jahre alte Jurastudentin. Neben den russischen Siegerinnen, die schon bei Olympia in Sydney vor vier Jahren Gold holten, gelten auch die Chinesinnen als von den Deutschen kaum schlagbar. „Die müssten schon Riesenpatzer machen“, sagt Ursula Klinger.

Gegenüber ihrer drei Jahre jüngeren Partnerin wirkt Conny Schmalfuß eher ruhig. Ditte Kotzian trägt am linken Arm ein Tattoo, sorgt in ihrer Freizeit in einer Berliner Disco als DJ für den Sound. Im Sportstudium nimmt sie wegen der Olympia-Vorbereitung ein Urlaubssemester. Die Jurastudentin Schmalfuß war mit den Kampfrichtern in Madrid nicht immer einverstanden: „Wenn ich sehe, wie unterschiedlich einzelne Kampfrichter werten, dann wirkt sich das auf mein Gemüt aus“, sagte sie. Am Ergebnis hätte es aber nichts geändert. Zu souverän marschierte das Paar aus Russland an der Spitze. Für Conny Schmalfuß, die schon mehrere Medaillen bei Europameisterschaften gewonnen hat, fehlt nun eigentlich nur noch eine olympische Medaille.

Die wird es für Heiko Meyer und Tony Adam auf keinen Fall geben. Im Februar verpassten sie die Olympia-Qualifikation. Ein kleiner Trost war da die Silbermedaille im Synchronspringen vom Turm hinter Roman Wolodkow und Anton Sacharow aus der Ukraine. „Damit hat die Saison für uns einen frühen, aber versöhnlichen Abschluss gefunden“, sagte Meyer.

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