T.J. Mulock : Familienbetrieb bei den Eisbären

Travis James Mulock hat gegen den EHC Wolfsburg sein erstes Tor in der Deutschen Eishockey-Liga erzielt. Er profitiert bei den Berlinern von der Erfahrung seines älteren Bruders.

Katrin Schulze

Berlin - Kassel Huskies? Da war doch was. „Und ob“, sagt Travis James Mulock. „So etwas Blödes wird uns nicht noch einmal passieren.“ 3:8 hatten Mulocks Eisbären am ersten Spieltag der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) in Kassel verloren. Völlig entnervt waren die Berliner vor knapp zwei Wochen zu einer ihrer höchsten Niederlagen der vergangenen Jahre geschliddert. Am sechsten Spieltag treffen Mulocks Eisbären heute in der heimischen Arena wieder auf die Huskies (Beginn 14.30 Uhr). Allerdings „werden wir diesmal mit viel mehr Selbstbewusstsein auftreten und sicherlich gewinnen“, glaubt Mulock.

Zurückhaltung klingt anders. Aber Zurückhaltung würde auch nicht zu jemandem wie T. J. Mulock passen. Der gebürtige Kanadier steht sozusagen stellvertretend für das gewachsene Selbstbewusstsein der Eisbären in der laufenden Saison. Vor dieser Saison kam der 24 Jahre alte Angreifer vom EC Bad Tölz aus der Zweiten Liga zum Deutschen Meister und hat sich mittlerweile erstaunlich gut in die Mannschaft von Don Jackson integriert. Beim 4:3-Erfolg der Berliner am Donnerstag in Wolfsburg erzielte er bereits sein erstes DEL-Tor – „den entscheidenden Treffer zu schießen, war ein großartiges Gefühl und gleichzeitig eine Riesenerleichterung“, sagt Mulock ganz lässig.

Dass er sich derart schnell an das gehobene Niveau im erstklassigen Eishockey anpassen konnte, hat er vor allem einem verwandten Lehrer zu verdanken. Einem sehr nahen Verwandten sogar. Sein Bruder Tyson weiß nämlich, wie es sich anfühlt, den Kollegen und Mitspielern verzweifelt hinterherzurennen. Er hat es erlebt, nachdem er im Jahr 2007 vom Zweitligisten Moskitos Essen zu den Eisbären gewechselt war.

Erfahrung macht schlau. Deshalb hat Tyson Mulock im Sommer mit seinem zwei Jahre jüngeren Familienmitglied fleißig geübt – Schnelligkeit und Zweikampfverhalten standen an der kanadischen Westküste, wo sich die Brüder ein Haus teilen, auf dem Programm. „Tyson hat mir unglaublich viel beigebracht“, sagt T. J. Mulock. Das familieninterne Sondertraining hat sich ausgezahlt, denn Travis ist schon richtig bissig und aggressiv“, wie sein Klubtrainer Don Jackson findet.

Auch Nationalcoach Uwe Krupp weiß das Talent des Deutsch-Kanadiers zu schätzen. Anders als seinen älterer Bruder hat Krupp T. J. Mulock längst in den Kader für das deutsche Team berufen, weil „er so vielseitig und läuferisch stark ist“. Obwohl der jüngere der beiden einen Tick talentierter scheint, „schaue ich zu Tyson auf. Er war mein Idol und wird es auch immer bleiben“, sagt T. J. Mulock. „Es ist für mich die Erfüllung eines Traums, mit ihm zusammen zu spielen.“

Der Berliner Klub profitiert anscheinend von dieser Kombination: Ähnlich wie das Bruderpaar Alexander und Daniel Weiß sorgen die Mulocks bei den Berlinern für Harmonie innerhalb der Mannschaft – und mittlerweile auch für Tore. „Keine Frage: Wir sind die beste Mannschaft der Liga“, sagt Travis James Mulock. „Und das wird auch Kassel am Sonntag zu spüren bekommen.“

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