T-Mobile : Tour de France ohne Zabel

Für Erik Zabel ist bei der Tour de France kein Platz mehr an der Seite von Jan Ullrich: Das T-Mobile-Team ordnet dem Unternehmen Tour-Sieg alles unter und nimmt den Sprinter zur Frankreich-Rundfahrt 2005 nicht mehr mit.

Berlin (16.06.2005, 16:04 Uhr) - «Wir haben uns entschieden, alles auf Gelb zu setzen», sagte Team-Manager Olaf Ludwig am Donnerstag, gut zwei Wochen vor dem Auftakt der Tour am 2. Juli. Fünf Tage später feiert Zabel seinen 35. Geburtstag, allerdings nicht mehr wie ein Jahrzehnt lang in Frankreich.

«Ich bin natürlich enttäuscht», wurde Zabel in einer Mitteilung von T-Mobile zitiert, er akzeptiere die Entscheidung aber. Er habe gewusst, dass ein Verzicht auf ihn eine der Optionen gewesen sei: «Bislang hat es in jedem Jahr jemand getroffen. Diesmal bin ich es.» Bis zu den HEW-Cyclassics in Hamburg am 31. Juli hat der gebürtige Berliner Zeit, über das neue Vertragsangebot der Bonner nachzudenken, die ihn auch nach dem Ende seiner sportlichen Karriere halten wollen. Zabel, der ab Freitag bei der fünftägigen Asturien-Rundfahrt in Spanien startet, soll in die Sponsoring-Aktivitäten eingebunden werden.

1997 hatten Ullrich und Zabel dem Bonner Rennstall in Paris einen doppelten Triumph beschert: Ullrich gewann als erster Deutscher die Tour, Zabel holte sich eines seiner sechs Grünen Trikots. Insgesamt war er von 1996 bis 2001 sechs Mal nacheinander Punktbester und gewann zwölf Etappen. Doch nachdem schon in den vergangenen Jahren immer wieder eine Debatte um die Strategie der Mannschaft entbrannt war, entschloss sich die Leitung um Ludwig und Walter Godefroot nun, ausschließlich auf das Gesamtklassement zu setzen.

«Wir haben drei Mann dabei, die schon auf dem Podium standen», sagte Ludwig mit Blick auf Ullrich, den letztjährigen Tour-Zweiten Andreas Klöden und den Kasachen Alexander Winokurow, der 2003 Platz drei belegte. Während Winokurow in diesem Jahr schon glänzte, fuhr Klöden bei der Fernfahrt Dauphiné Libéré erneut seiner Form hinterher. Er soll die Tour de France jedoch bestreiten. «Dazu gehören wenig hellseherische Fähigkeiten», sagte Ludwig. Das endgültige Aufgebot wird am kommenden Mittwoch bekannt gegeben. (tso)

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