Tabellenführer Eisbären : Ende gut, vieles gut

Der Sieg der Berliner über Frankfurt versinnbildlicht ihre DEL-Saison:  Nach vielen Aufs und Abs stehen sie wieder ganz oben.

Katrin Schulze
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Kollektiv begeistert. Die Eisbären können nicht mehr von Platz eins verdrängt werden.Foto: dpa

Der Jubel wollte nicht verhallen. Längst war die Schlusssirene im weiten Rund der Berliner Großarena verklungen, als die Fans der Eisbären ihre Mannschaft mit lautstarken Gesängen noch zu einer kleinen Feier auf der Eisfläche einluden. Die Berliner hatten sich gerade mit einem spektakulären 5:3 über Frankfurt den ersten Platz nach der Hauptrunde in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gesichert. Sie haben nun nicht nur die beste Ausgangsposition für die Play-offs, sondern auch einen Platz in der Champions–League-Qualifikation inne. 

Das Spiel gegen die Frankfurt Lions war das vorletzte Hauptrundenspiel, heute dürfen die Eisbären noch einmal zum Schaulaufen in Straubing (Beginn 14.30 Uhr) antreten. Doch die Partie am Freitag gegen Frankfurt war mehr als nur eines von 52 Spielen. Sie versinnbildlichte die bisherige Saison der Eisbären: Sie lagen schnell in Führung, gerieten ins Straucheln, um am Ende doch wieder vorne zu stehen. Das ist die Kurzform, auf die sich ihre Leistung reduzieren lässt. In der Langfassung liest sich die Bilanz der Eisbären komplexer.

Als Titelfavorit in die Saison gestartet, gewann das Team von Don Jackson vier Spiele in Serie. Nach dem 11:0-Erfolg gegen Augsburg beim ersten Spiel der Eisbären in ihrer neuen Heimspielstätte am Ostbahnhof befürchteten viele schon, dass sich die DEL in der Saison 2008/2009 zu einer One-Team-Show entwickeln würde. Doch von der anfänglichen Souveränität der Berliner war bald nicht mehr viel zu sehen. Vielmehr kämpften die sie mit „einigen Aufs und Abs“ wie ihr Verteidiger Constantin Braun sagt. Sogar richtige Formtiefs kamen hinzu.  Wie im Oktober, als die Eisbären nur vier Punkte aus fünf Begegnungen holten.

Trainer Jackson, der sich mit nicht weniger als dem besten Team zufrieden gibt, sah seine Mannschaft auf keinem guten Weg.  Das Problem war die Motivation. Vor Mannschaften aus den unteren Gefilden der Tabelle vermisste Jackson oft den nötigen Respekt, so dass die Berliner sogar zweimal gegen den Abonnenten auf den letzten Rang der DEL, die Füchse Duisburg, verloren. „Wir spielen schlechter als letztes Jahr“, sagte der Trainer daraufhin. In der Tat suchte man die Dominanz des vorgangegangen Meisterschaftsjahres lange Zeit vergebens. Erstaunlich, hatte sich das Team personell doch kaum verändert. Erst mit dem 7:2-Sieg über den damaligen Tabellenführer Hannover kehrte mit der guten Stimmung innerhalb der Mannschaft auch die Souveränität zurück. Rechtzeitig.

Denn gerade weil die jungen Deutschen, vor allem in Person von Alexander Weiß, wieder mehr Verantwortung übernahmen, stehen die Eisbären nun auf dem ersten Platz. „Wir sind im richtigen Moment dagewesen und bestens für die Play-offs eingestellt“, sagt Alexander Weiß. Gut möglich also, dass die Berliner bald wieder so ausgiebig jubeln dürfen wie am Freitag – wenn sie in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft spielen.

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