Sport : Tabellenführer schlägt Meister

Mannheim bezwingt die Berliner Eisbären 3:2

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Mannheim - Tabellenführer und Meister der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) trafen sich gestern in Mannheim. Eine Konstellation, die spannender klang als sie war: Denn Titelträger Eisbären hatte nach schwachem Saisonstart nach 20 Spielen 16 Punkte Rückstand auf die Adler Mannheim – und gestern wurde er sogar noch um drei Punkte größer. Vor 12 859 Zuschauern in der SAP-Arena verloren die Berliner ein sehenswertes Spiel 2:3 (0:0, 0:1, 2:2).

Nur wenige Sekunden fehlten den Eisbären zum Erreichen der Verlängerung und damit zumindest zu einem Punkt: Mannheims Siegtor durch Nathan Robinson fiel nämlich erst in der vorletzten Spielminute. Pierre Pagé war dementsprechend nach dem Spiel auch verärgert. „Mannheim war zwar besser“, sagte der Berliner Trainer. „Aber wir müssen Lösungen für unsere Probleme finden.“ Die Probleme liegen bei Pagés Team vor allem im eigenen Drittel, in der Defensive: Das deckten die Mannheimer gestern mit dem Eröffnungsbully auf. Youri Ziffzer wurde schnell zum Hauptdarsteller der Eisbären: Der junge Torwart füllte diese Rolle aber gut aus, war bei den vielen Mannheimer Torchancen fast immer im Bilde – auch wenn ihn seine Verteidiger nicht unterstützten.

Auf ein Tor mussten die Zuschauer sehr lange warten, obwohl Mannheim im ersten Abschnitt klar besser war. Die sehr passiven Eisbären hatten durch Patrick Jarrett und André Rankel nur zwei mittelprächtige Möglichkeiten, die aggressiven Adler konnten mit ihrer Überlegenheit wenig anfangen, bis die 33. Spielminute kam: Da konnte Pascal Trepanier Ziffzer mit einem Distanzschuss genau in den rechten Torwinkel überwinden. Ein Treffer, der die Berliner Defensivtaktik dann nicht mehr zuließ. Die Eisbären mussten mehr machen und das taten sie, im Powerplay: 24 Sekunden waren im dritten Abschnitt vorbei, da erzielte Andy Roach mit einem Schlagschuss das 1:1. Nach dem Ausgleichstreffer wurde das Spiel wieder besser und die Mannheimer wieder agiler, folglich gelang ihnen auch das erneute Führungstor. Rick Girard erzielte es. Die Eisbären resignierten aber nicht, so traf dann Mark Beaufait auch zum 2:2. In der vorletzten Minute aber verspielten die Berliner alles: Patrick Jarrett versprang der Puck in der neutralen Zone, Nathan Robinson bekam das Spielobjekt nach Pass von René Corbet und überwand Ziffzer mit einem verdeckten Distanzschuss. Das Spiel war 85 Sekunden vor Schluss entschieden – zur Freude der Adler. „Wir wollten unbedingt mit einem Sieg in die DEL-Pause gehen“, sagte Robinson, Schütze des entscheidenden Treffers.

Nach der neuntägigen Spielpause in der DEL werden die Berliner laut Manager Peter John Lee wohl Kyle Wharton verpflichten, der Kanadier ist zurzeit zum Probetraining in Berlin. Verstärkung in der Defensive haben die Eisbären auch nötig: Für die Berliner war die gestrige Niederlage schon die 13. in der DEL-Saison, während Mannheim schon seinen 15. Sieg feierte – der Tabellenführer präsentiert sich in dieser Saison mehr wie ein Meister als der tatsächliche Meister aus Berlin, der übrigens im Pokal am 5. Dezember wieder beim Namensvetter in Regensburg antreten muss. Im Viertelfinale spielen die Eisbären bei den Eisbären, wo die Berliner vergangene Saison 1:6 verloren – ebenfalls im Viertelfinale. Tsp

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