• Täglich früh: Was in der Nacht geschah: Gold nach 35 Sekunden, Platz 12 nach dreidreiviertel Stunden

Täglich früh : Was in der Nacht geschah: Gold nach 35 Sekunden, Platz 12 nach dreidreiviertel Stunden

Jeden Morgen hier: die Rückschau auf die Nacht. Heute mit sekundenschnellen BMX-Radlern und stundenlangen Qualen in der Leichtathletik.

Jörg Leopold
Peking 2008 - Leichtathletik
Gut gegangen. Alex Schwazer vorn.Foto: dpa

3.37:09 Stunden betrug die Siegerzeit des Südtiroler Gehers Alex Schwazer heute Morgen über 50 Kilometer Gehen. Zum Vergleich: Der Lette Maris Strombergs benötigte für seine Goldfahrt mit dem BMX-Rad gerade einmal 35 Sekunden. So ungerecht kann Sport sein. Vermutlich hätten die Geher auch nichts dagegen gehabt, wenn ihr Marathon in den Pekinger Regen vom Donnerstag vorverlegt worden wäre. Stattdessen brannte heute die Sonne auf die ohnehin schon ausgemergelten Körper herab. Auch hier hatten die BMX-Fahrer mehr Glück: wegen zu hoher Verletzungsgefahr wurden die Finals aus dem Regen von gestern in die Trockenheit von heute verschoben.

Daraus lernen wir: offenbar wird ein Sturz mit dem BMX als gefährlicher eingestuft als das Kollabieren eines Gehers. André Höhne aus Berlin ging nach seinen 50 Kilometern mit fast dreizehn Minuten Rückstand - also geschätzten zehn BMX-Rennen - auf den siegreichen Italiener ins Ziel und blieb nur knapp über seiner persönlichen Bestleistung.

Clay auf Goldkurs im Zehnkampf

Der Zehnkampf ist eine weitere Disziplin, die so gar nicht in die Moderne passen will. Zwei Tage springen, werfen und laufen die Athleten, nur um nach dem letzten Wettbewerb völlig erschöpft zusammenzubrechen. Zwei, maximal drei dieser Mehrkämpfe sind deshalb im Jahr überhaupt möglich. Im olympischen Finale führt der amerikanische Goldfavorit Bryan Clay nach dem Diskuswerfen (=Teilwettkampf Nummer sieben) deutlich vor dem Rest der Welt. Die beiden Deutschen Michael Schrader und André Niklaus liegen derzeit auf den Rängen 11 und 14. Als Nächstes steht in Kürze der Stabhochsprung an.

Natürlich kann sich jeder Athlet seine Sportart selbst aussuchen, auch wenn es beispielsweise bei den Zehnkämpfern immer wieder heißt, dass sie in den Einzeldisziplinen einfach nicht genug wären. Nur warum es unbedingt 50 Kilometer Gehen, Zehnkampf oder wahlweise auch der derzeit von den Frauen absolvierte Moderne Fünfkampf sein muss, erschließt sich dem Außenstehenden auf den ersten Blick nicht so ganz.

Warum nicht stattdessen Beachvolleyball? Das wirkt schon beim Zuschauen viel weniger anstrengend, obwohl das definitiv ein Klischee ist. Olympiasieger im Sand von Peking wurden am Morgen die Amerikaner Todd Rogers und Philip Dalhausser, die sich im Finale gegen zwei Brasilianer durchsetzten. Im Gegensatz zu den BMX-Radlern hätten sie allerdings auch bei Regen antreten müssen...

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