Täglicher Anruf im Dorf : "In der Abwehr sind sie verwundbar"

Fünf Fragen an Hockey-Nationalspieler Tibor Weißenborn. Heute über die Schwächen des Halbfinalgegners Holland.

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Hockey-Star Tibor Weißenborn

Herr Weißenborn, im Halbfinale spielt Ihre Mannschaft gegen Holland. Freuen Sie sich darüber?

Ach, das habe ich eigentlich leidenschaftslos zur Kenntnis genommen. Australien und Holland sind beide schwere Gegner.

Sie sind mit dem Bloemendaaler HC zweimal holländischer Meister geworden und kennen den niederländischen Hockey-Stil. Wo liegen deren Stärken?

Auf jeden Fall in den Strafecken. Hollands Schütze Taeke Taekema hat schon neun Ecken direkt verwandelt, der zweitbeste Spieler kommt auf fünf. Wir müssen einerseits versuchen, erst gar keine Ecken zu verursachen. Andererseits werden wir eine Super-Lösung beim Herauslaufen finden, um Taekema zu stoppen. Damit beschäftigen wir uns in den Besprechungen und Video-Analysen heute und morgen noch intensiv.

Und wo könnten die Schwächen liegen?

Auf diesem Weltniveau kann man kaum noch von Schwächen sprechen, am ehesten aber sind sie in der Defensive verwundbar. Eben Taeke Taekema spielt dort, der ist als Feldspieler zwar nicht schlecht, aber er hat mit Sicherheit nicht die Klasse von unseren Leuten wie Timo Weß oder Max Müller.

Beim letzten Aufeinandertreffen hat Ihr Team allerdings 3:5 gegen Holland verloren.

Ja, das war bei der Champions Trophy in Holland dieses Jahr. Aber das zählt nicht.

Warum zählt das nicht?

Naja, es hat schon gezählt. Aber wir waren da in einer schwierigen Phase, die Spieler hatten großen Nominierungsdruck. Von mir aus sollen die Holländer daraus Stärke ziehen. Aber wir wissen selbst: Das wird eine ganz andere Begegnung.

Das Gespräch führte Ingo Schmidt-Tychsen.

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