Sport : Tag der Ausfälle

Nur noch Timo Boll (Gönnern) vertritt den Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) im Einzel bei den Europameisterschaften in Zagreb. Mit fünf Niederlagen verabschiedeten sich am Freitag Torben Wosik (Frickenhausen) und Bastian Steger (Düsseldorf) in der dritten Runde sowie das Damen-Trio Jessica Göbel (Burgwedel), Elke Wosik (Coesfeld) und Tanja Hain-Hofmann (Busenbach) im Achtelfinale aus dem EM-Turnier. Nach der verletzungsbedingten Aufgabe der fünffachen Europameisterin Nicole Struse (Kroppach) bleiben die DTTB-Damen erstmals seit 1992 ohne Einzel-Medaille.

"Es gibt Tage, da sterben einem die Athleten im Wettkampf weg. Aber wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Alle haben gegen höher eingestufte Gegner verloren", kommentierte Cheftrainer Dirk Schimmelpfennig den "Schwarzen Freitag". Als letzte DTTB-Teilnehmerin verlor Tanja Hain-Hofmann das Duell mit ihrer an Nummer 4 gesetzten Busenbacher Klubkollegin Krisztina Toth (Ungarn) knapp mit 3:4. Der Ausfall von Struse, die auch im Doppel nicht spielt, wog schwer. "Sie war hier in Topform", sagte Schimmelpfennig.

Der Kräfteverschleiß aus den mit zweimal Silber beendeten Mannschafts-Wettkämpfen machte sich bei einigen Aktiven deutlich bemerkbar. "Ich bin platt. Mein linker Arm war zeitweilig ganz taub. Ich musste gespritzt werden", sagte Vielspieler Torben Wosik, der gegen Petr Korbel aus Tschechien 1:4 unterlag. Mit demselben Resultat musste Talent Steger (21) die Routine des Ex-Weltmeisters Jan-Ove Waldner (36) anerkennen. Der schwedische Olympiasieger von 1992 rettete sich mit seinen Aufschlägen und vielen "kleinen Punkten" mit 4:1 über die Runden.

"Unser letzter Mohikaner spielt ruhig und konzentriert. Aber es wird für ihn noch schwieriger werden", lobte Schimmelpfennig den an Nummer 2 gesetzten Boll. Die EM-Hoffnung spazierte leicht und locker in das Achtelfinale. Das 4:0 gegen den gebürtigen Chinesen Jiang Weizhong (Kroatien) war der dritte Sieg ohne Satzverlust. "Ich versuche, Kräfte zu sparen und will nicht unnötig Sätze verlieren. Nur so kann ich weit kommen", sagte der Europa-Top-12-Sieger. Sein großer Gegenspieler und Favorit Wladimir Samsonow (Weißrussland) hat bislang ebenfalls noch nicht verloren.

Auf dem Weg ins Endspiel, das Boll am Sonntag als dritter deutscher Spieler nach Erich Arndt (1962) und Jörg Roßkopf (1992) erreichen möchte, sind Damien Eloi (Frankreich), Werner Schlager (Österreich) oder Jean-Michel Saive (Belgien) mögliche Gegner im Viertel- und Halbfinale. Eine zweite Medaillenchance besitzt Boll zudem im Doppel mit seinem Klubkollegen Zoltan Fejer-Konnerth.

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