Paralympics-Tagebuch (10) : Es ist vorbei

Heiko Möckl nimmt Abschied von Vancouver und British Columbia. Doch die Arbeit im Team der Paralympics Zeitung wird er für immer im Gedächtnis behalten.

Heiko Möckl
Die Sonne geht unter. Und das Kapitel Paralympics 2010 ist beendet.
Die Sonne geht unter. Und das Kapitel Paralympics 2010 ist beendet.Foto: Thilo Rückeis

VancouverJetzt sind sie also vorbei, die Paralympics 2010, doch unser Aufenthalt in Vancouver ist es noch nicht. Nun sind alle unsere Ausgaben gedruckt, all unsere Artikel geschrieben und all unsere Interviews geführt, somit haben wir uns auch einen Ausflug verdient. Zwar sind wir alle noch ein bisschen müde als wir um 9:30 Uhr an der Pacific Station stehen, aber wir alle sind froh über den bevorstehenden Trip nach Victoria auf Vancouver Island. Mit dem Bus geht es Richtung Fähre, dank unseres Busfahrers wird das auch nicht langweilig, da sein britischer Akzent uns des Öfteren zum Schmunzeln bringt.

Leider wird mir auf der Fähre langsam bewusst, dass es unser letzter gemeinsamer Ausflug sein wird, doch noch verdränge ich den Gedanken an das graue Deutschland, denn auf der Fahrt sehen wir die schöne Natur Kanadas. Wir veranstalten Fotosessions auf dem Sonnendeck, denn jeder möchte noch ein paar Erinnerungen festhalten, obwohl wir das eigentlich nicht mit der Kamera machen müssen, denn so schnell vergessen wir diese zwei Wochen wohl nicht. Ein Grund dafür ist wohl auch der Fakt, dass wir nicht mehr „nur“ ein Team, sondern vielmehr Freunde geworden sind. Das zeigt sich auch wieder bei diesem Ausflug.

Wir würden gern noch bleiben

So schön. Der 18-jährige Heiko Moeckl aus Uhldingen-Muehlhofen wäre gern noch länger in Kanada geblieben.
So schön. Der 18-jährige Heiko Moeckl aus Uhldingen-Muehlhofen wäre gern noch länger in Kanada geblieben.Foto: Thilo Rückeis

Victoria ist wundervoll und ist damit nicht zu Unrecht die Hauptstadt der Provinz British Columbia. Victoria ist ein bisschen wie Vancouver, bloß als Miniaturausgabe, trotzdem gibt es einiges zu sehen und für die Mädels unter uns auch zu shoppen. Ich will allerdings nicht unfair sein, denn auch ich kann es mir letztendlich nicht verkneifen, ein Canada-T-Shirt zu kaufen. Leider haben wir nicht allzu viel Zeit in Victoria, denn am Abend sollte es ja noch ein Abschiedsdinner geben. Deswegen heißt es, schnell noch ein Foto vom Parlamentsgebäude machen und ab zur Busstation.
 
Die Rückfahrt lässt mich nachdenklich werden, der Sonnenuntergang ist wohl nicht ganz unschuldig an meiner aufkeimenden Depression. Ich möchte nämlich gerne hier bleiben, natürlich freue ich mich auf meine Familie, aber die könnten ja auch einfach herziehen. Es ist die Offenheit, die Freundlichkeit der Menschen, die mir hier in Kanada so gut gefällt. Ich denke mir geht es da nicht als Einziger so, auch die anderen hatten eine schöne Zeit und würden bestimmt noch eine weiter Woche bleiben oder noch länger. Ganz vorbei ist dieser letzte gemeinsame Tag allerdings nicht, denn das abschließende Abendessen beendet diesen schönen Tag. Ein Tag, der genauso wie die anderen Tage in Kanada, in meinem Gedächtnis bleiben wird.

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