Taktikschule : Köln: Niemand da für den Spielaufbau

Kölns Trainer Soldo hat vieles probiert, um der Offensivschwäche seiner Mannschaft entgegenzuwirken, etwa im Heimspiel gegen Hannover mit den vier offensiven Spielern Novakovic, Ishiaku, Podolski und Freis. Geholfen hat es bisher nichts.

Mathias Klappenbach

Auch in dieser Saison ist Milivoje Novakovic der beste Torschütze des 1. FC Köln. Was einerseits einfach ist, weil er dafür nur zwei der mickrigen sieben Treffer der Kölner erzielen musste. Und andererseits ganz schön schwierig, weil man beim FC als Stürmer selten die Gelegenheit dazu bekommt. In den vergangenen vier Spielen haben die Kölner sagenhafte acht Mal auf das Tor des Gegners geschossen. Und nun wurde er auch noch vor dem Spiel gegen Bochum als Kapitän suspendiert – wegen seiner Eskapaden und der Kritik an Trainer Zvonimir Soldo. Der dürfte seinen Job bald los sein, wenn seine Mannschaft weiter so desolat auftritt. Soldo hat vieles probiert, um der Offensivschwäche entgegenzuwirken, etwa im Heimspiel gegen Hannover (0:1) mit den vier offensiven Spielern Novakovic, Ishiaku, Podolski und Freis. Geholfen hat es nichts. Unerheblich ist, dass Lukas Podolski in Bochum wegen einer Gelbsperre fehlt: Er hat sowohl auf der ungeliebten linken Seite als auch im Sturmzentrum und als hängende Spitze enttäuscht. Der FC hat offensichtliche Probleme mit der Einstellung von Spielern wie Maniche oder Petit, der neue Kapitän, größer ist aber das Grundproblem: Es gibt keinen strukturierten Spielaufbau – und niemanden, der diesen Missstand beheben könnte. Die defensiven Mittelfeldspieler haben außer auf der linken Seite in Fabrice Ehret keine Anspielstation, die den Ball nach vorne tragen kann, zudem sind sie selbst offensiv komplett harmlos. Weicht, wie gegen Bochum zu erwarten, dann auch noch Maniche auf die rechte Seite aus, spielt Köln quasi mit einer Kette aus drei Sechsern. Auf den Flügeln hätte Soldo aber gerne spielstarke Leute, die auch über die Mitte kommen. „So wie Deutschland bei der WM 2006“, hat er neulich gesagt. Da waren Bernd Schneider und Bastian Schweinsteiger immer wieder gefährlich nach innen gezogen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar