Taktikschule : Magaths VfL: Offensiver als je zuvor

Trainermanager Felix Magath hat seine Mannschaft weiter mit viel Geld verstärkt – und will sie offensiver spielen lassen als in der vorigen Saison. Bislang ist er damit nur mäßig erfolgreich.

Mathias Klappenbach
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In der kommenden Woche spielen der VfL Wolfsburg und der VfB Stuttgart wieder im Uefa-Cup. Noch, könnte man sagen, wenn man auf die aktuelle Tabelle schaut. Denn der Plan beider Klubs, sich dauerhaft unter den ersten fünf zu etablieren, ist ernsthaft gefährdet. Was beim VfB angesichts des Kaders nicht allzu überraschend kommt, verwundert dafür bei den Wolfsburgern. Trainermanager Felix Magath hat seine Mannschaft weiter mit viel Geld verstärkt – und will sie offensiver spielen lassen als in der vorigen Saison. Da hatte er in der Grundformation noch oft eine Dreierreihe vor die Viererabwehrkette gestellt. Die war zwar sehr variabel und griff auch mit an, jetzt setzt Magath aber schon formell auf mehr Offensive und lässt anders als im Vorjahr meistens mit zwei Stürmern und einer Mittelfeldraute spielen. Entscheidende Rollen nehmen der torgefährliche Spielmacher Zvjezdan Misimovic und der sehr robuste Stürmer Grafite ein, der schon neunmal getroffen hat. Ähnlich wichtig ist bei den Stuttgartern, die quasi das gleiche System spielen, Torjäger Mario Gomez. Auf der Spielmacherposition hat VfB-Trainer Armin Veh aber Probleme und jetzt sogar den jahrelang ins Ausland ausgeliehenen Brasilianer Elson ausgegraben, weil Bastürk, Simak und Lanig dort nicht überzeugt haben. Auch Vehs äußere Mittelfeldspieler kriseln, weil sie anders als die Wolfsburger nicht konsequent mit nach hinten ein rücken. Magaths neue Taktik funktioniert eigenartigerweise aber nur zu Hause, auswärts sind die Wolfsburger schlechter als Bielefeld oder Cottbus, 17 ihrer 21 Gegentore haben sie dort kassiert und noch keinmal gewonnen. Gegen die Stuttgarter haben sie aber ein Heimspiel. Und die haben auswärts, wenn meist erst einmal kompaktes Defensivverhalten gefragt ist, bisher enttäuscht.

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