TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

Als „nicht jugendfrei“ hat Australiens Nationaltrainer Pim Verbeek kürzlich die Spielweise seiner Mannschaft charakterisiert. Beim 2:1 im Testspiel gegen Neuseeland hatten Vince Grella und Tim Cahill ihre Gegenspieler brutal umgegrätscht, Cahill verletzte seinen dabei so schwer, dass der vom Platz getragen werden musste. Der offensive Mittelfeldspieler vom FC Everton ist neben Harry Kewell von Galatasaray Istanbul der Star der Australier – und erinnert bei aller fußballerischen Klasse mit seinen rohen Aktionen tatsächlich oft an Rugby. Bei ihm scheint es sich zu bewahrheiten, dass in der englischen Premier League nicht so streng gepfiffen wird, sonst müsste er viel öfter zuschauen. So aber erzielte Cahill zehn Tore in der vergangenen Saison, dabei traf der nur 1,78 große Anführer des australischen Teams bemerkenswerterweise neun Mal mit dem Kopf. Auf ihn und den schnellen Dribbler Kewell muss die deutsche Abwehr besonders aufpassen, der lange Joshua Kennedy kommt eher mangels anderer Anspielstationen als grobes Ziel für weite Pässe ins Spiel. Das Offensivspiel der Australier besteht abgesehen von der individuellen Klasse Kewells und Cahills aus den Vorstößen des Rechtsverteidigers Luke Wilkshire, der nicht nur bei Standardsituationen gefährlich flanken kann. Die meisten Freistöße wird aber Deutschland bekommen, in den Vorbereitungsspielen foulte Australien zwei- oder dreimal häufiger als der Gegner. Die drei offensiven deutschen Mittelfeldspieler sollten häufig in Dribblings gehen, um solche Freistöße zu provozieren. Insbesondere Mesut Özil kommt in diesem Spiel eine Schlüsselrolle zu, er ist in der Lage, das festgefügte Abwehrsystem mit seinen überraschenden Aktionen aufzubrechen. Er wird versuchen, hinter die beiden extrem tiefstehenden Sechser der Australier zu kommen, um sich dann gegen die zwar erfahrenen, aber mit den Jahren doch langsam gewordenen Innenverteidiger durchzusetzen. Auf ein Geduldsspiel und die Hoffnung auf einen Fehler werden sich die Deutschen nicht einlassen. Stehen die Australier erst einmal in ihrer gewohnten Grundordnung, ist diese schwer zu knacken, anfällig sind sie bei hohem Spieltempo.

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