TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

Bei dieser WM wird alles beobachtet: Das Bewegungsprofil jedes Spielers wird erfasst, seine Zuspiele, seine Zweikämpfe und alle anderen Aktionen. Leistungsanalysten eines Sponsors der Fifa werten diesen Datenwust dahingehend aus, ob die Aktionen des Spielers einen positiven oder negativen Einfluss auf die Leistung seiner Mannschaft haben. Das Ergebnis ist ein Index der wertvollsten Spieler der WM, den zwei chilenische Abwehrspieler anführen: Gary Medel und Waldo Ponce. Aber die beiden fehlen nun gegen Brasilien wegen der zweiten Gelben Karte, ein herber Verlust. Die wilden Chilenen, die den Gegner mit hoher Aggressivität jedes Spielers immens unter Druck setzen, haben schon zehn Gelbe und eine Gelb-Rote Karte bekommen. Auch das ist der erste Platz. Mit Medel und Ponce hat Chile in den drei Gruppenspielen insgesamt nur sechs Schüsse auf das eigene Tor zugelassen – was gar nicht so sehr an den beiden liegt. Der Gegner wird mit dem ultraoffensiven Pressing weit in dessen Hälfte von sechs oder sieben Spielern bestürmt und hat keine Zeit, sich mit einem kontrollierten Pass zu befreien. Das Spieltempo der Chilenen, die auch jeden Einwurf und Freistoß extrem schnell ausführen, trifft heute auf die nüchterne Kontrolle der Brasilianer. Das Risiko bei dieser Art des Pressings liegt vor allem darin, mit einem langen Pass ausgespielt zu werden, den die Brasilianer aber nicht bevorzugen. Sie spielen meist mittellange Pässe auf Kaká oder Robinho, in dieser Kategorie sind sie das beste Team. Entscheidend wird sein, ob sie dazu kommen.

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