TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

Die südamerikanischen Mannschaften trumpfen bei dieser WM mit defensiver Ordnung, verbissenen Zweikämpfen und großer Geschlossenheit auf. Sechs Tore haben die Viertelfinalisten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay erst kassiert, letztere gar nur eines, im Achtelfinale gegen Südkorea. Grundlage dafür war vor der eng zusammenstehenden Viererkette eine defensive Dreierreihe im Mittelfeld, die kaum zu überwinden war. Uruguay verteidigte meist weit vorne und nahm dem Gegner mit sieben Spielern früh jeden Raum bei dessen Angriff. So war die zu überbrückende Lücke zu den drei Angreifern nach einem Ballgewinn auch recht klein, ab dem zweiten Spiel war hier Stürmer Diego Forlan erste Anspielstation und Ballverteiler, vor allem bei den schnellen Kontern. Dennoch war Trainer Oscar Tabarez mit der Offensivleistung seines Teams nicht zufrieden, und in Uruguay wird deshalb über eine Änderung der Taktik gegen Ghana spekuliert. So könnten statt drei defensiver Mittelfeldspieler nur zwei spielen, Forlan zurück in die Spitze gehen und dafür Alvaro Fernandez und Edinson Cavani auf die offensiven Außenbahnen gehen. Fernandez ersetzt Alvaro Pereira, bei Bedarf kann er sich aber auch zurückfallen lassen für die bisherige Taktik. Auf den Außenbahnen hat Ghana in den bisherigen Spielen Schwächen gezeigt, weil zwischen Mittelfeld und Abwehr die Räume nicht immer konsequent zugestellt wurden. Anthony Annan und Kevin-Prince Boateng, über dessen Einsatz wegen Oberschenkel-Problemen erst im Abschlusstraining entschieden wird, sind die Herren der Zentrale und tragen das Spiel nach vorne, die Außenspieler sind offensiv. Es fehlt allerdings der gelbgesperrte André Ayew. Für ihn wird Sulley Muntari spielen, der nach seinen Einwechslungen eher durch Übermotivation auffiel. Wie die anderen soll er Asamoah Gyan einsetzen, der als Einziger im Angriff Ghanas vielversprechend den Torabschluss sucht. Das machen bei Uruguay Forlan und Luis Suarez, die mit der neuen Taktik durch Zuspiele von außen zu mehr Chancen kommen sollen. Entblößt Tabarez die Defensive etwas, könnte es eines der offensivsten Spiele dieser WM werden.

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