TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

Das Aufeinandertreffen mit Uruguay ist eine Möglichkeit für die deutsche Mannschaft, die Niederlage gegen Spanien unter quasi umgekehrten Vorzeichen direkt aufzuarbeiten. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw stand gegen Spanien die meiste Zeit sehr tief, hatte mit der Verteidigung alle Füße voll zu tun und kam nicht zu ihren schnellen Kontern, weil es den Ball erst im eigenen Strafraum eroberte und dann der Weg zu weit war. Zudem ließen die Spanier mit ihrer perfekten Raumaufteilung im Gegensatz zu Australien, England und Argentinien gar keinen Platz für schnelle Gegenangriffe . Am Samstag wird es auch nicht viele Gelegenheiten für die große Stärke der Deutschen geben, zur Abwechslung ist es an ihnen, das Spiel gegen einen defensiven Gegner zu machen. Uruguay spielt mit drei weitgehend defensiven Mittelfeldspielern, sie sind die erste Abfangreihe für die drei offensiven deutschen Mittelfeldspieler. Sie arbeiten sehr diszipliniert und aggressiv gegen den ballführenden Spieler. Nicht weit hinter ihnen steht die Viererkette sehr eng zusammen. Dabei halten sich die sieben Defensivspieler um den bei der WM überragenden Innenverteidiger Diego Lugano gar nicht sklavisch an ihre Positionen (wie es etwa die ähnlich defensiven Japaner getan haben), sondern sind so eingespielt, sie im richtigen Moment zu wechseln. Das Aufbauspiel der Uruguayer sieht dann so aus, dass auf der linken Seite Alvaro Pereira mit nach vorne rückt, sein Pendant Diego Perez entspricht eher dem alten Klischee über Spieler Uruguays, die nur rennen und grätschen, aber nicht mit dem Ball umgehen können. Das entlastet die Problemzone der Deutschen bei diesem Turnier, die linke Abwehrseite. Dort könnte der offensivstarke Marcell Jansen zum Einsatz kommen. Welche Ersatzspieler auch immer Löw im letzten Spiel noch einsetzt, nahezu jeder wird es irgendwann mit dem allgegenwärtigen Diego Forlan zu tun bekommen. Im Halbfinale spielte er in der Sturmspitze, weil Luis Suarez (Foto) gesperrt war – eine erhebliche Schwächung. Nun muss sich Forlan, einer der überragenden Spieler des Turniers, nicht so tief fallen lassen, um als Hauptverantwortlicher die Angriffe der Südamerikaner einzuleiten. Trotz dieser Grundausrichtung spielt Uruguay eigentlich gar nicht so defensiv, oft fehlen einfach die technischen Mittel, Angriffe richtig auszuspielen. Diese besitzen die Deutschen, die nun zeigen können, dass sie diese auch gegen dicht gestaffelte, aggressiv verteidigende Gegner zu nutzen wissen. Falls Uruguay nicht sogar versucht, etwas offener mitzuspielen. Seit 1978 sind im Spiel um den dritten Platz immer mindestens drei Tore gefallen.

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