TAKTIKSCHULE  mit Mathias Klappenbach : TAKTIKSCHULE  mit Mathias Klappenbach

Nach der Niederlage gegen Dänemark droht Holland bereits das Vorrunden-Aus, weshalb vor dem Spiel gegen Deutschland eine fast turnusmäßige Debatte geführt wird: Warum können nicht beide Top-Stürmer Hollands, Robin van Persie und Klaas-Jan Huntelaar (Foto), zusammen spielen? Und was ist mit Rafael van der Vaart? Bondscoach Bert van Marwijk hat sich schon vor Jahren für ein defensiv stabiles System und gegen den schönen, aber erfolglosen Offensivfußball entschieden und ist damit Vizeweltmeister geworden. Im defensiven Mittelfeld rücken die beiden Sechser Nigel de Jong und Mark van Bommel oft weit zurück, um die als Schwachstelle geltende Innenverteidigung zu unterstützen, nur gegen vermeintlich schlechte Gegner oder bei einem Rückstand ist hier Platz für den offensiveren Rafael van der Vaart (vergleichbar mit einem Einsatz von Mario Götze oder Toni Kroos für Deutschland). In der Mittelfeldzentrale ist Wesley Sneijder gesetzt, der seine überragenden Vertikalpässe oft von weit hinten spielt, weil er die Lücke zu den zurückhängenden Sechsern schließen muss. In dieser Lücke wird Deutschlands offensive Dreierreihe, aber auch Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira, Platz zum schnellen Kombinieren suchen. Sneijder findet mit seinen Anspielen häufig Robin van Persie, der sich auch ins Mittelfeld zurückfallen lässt, um dort mit seiner Ballsicherheit am Kombinationsspiel teilzunehmen – das ist unerlässlich für die Balance in Hollands Spiel. Van Persie schafft im Gegensatz zu Strafraumstürmer Huntelaar so Platz für die in die Mitte ziehenden Außenstürmer Ibrahim Afellay und Arjen Robben. Dieser wird auch gegen seinen Klubkollegen Philipp Lahm häufig seinen bekannten Torabschluss suchen und so Raum schaffen für den aufrückenden Außenverteidiger Gregory van der Wiel. Sein unerfahrenes Pendant Jetro Willems ist 18 Jahre alt und der jüngste Spieler der EM-Historie, er dürfte hinten genug damit zu tun haben, Thomas Müller zu stoppen.

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