TAKTIKSCHULE  mit Mathias Klappenbach : TAKTIKSCHULE  mit Mathias Klappenbach

Seit Jahren suchen die Trainer der Welt nach einem Weg, die Spanier und ihr ewiges Kurzpassspiel zu stoppen. Soll man sie früh attackieren, damit die Maschinerie gar nicht erst in Gang kommt? Oder den Raum vor dem eigenen Strafraum so zustellen, dass es dort kein Durchkommen gibt? Oder einen Mittelweg mit variabler Defensivarbeit versuchen? Den Kroaten liegt das wohl am besten. Nicht unähnlich den Italienern, die im taktisch interessantesten Spiel der Vorrunde mit ihrer Dreierkette in der Abwehr und den vorgezogenen Außenverteidigern beim 1:1 gegen Spanien den Raum im Mittelfeld extrem eng machten, werden auch die Kroaten versuchen, dem spieltechnisch überlegenen Favoriten möglichst wenig Platz für seine Kombinationen zu lassen. Die äußeren Mittelfeldspieler Ivan Rakitic und Ivan Perisic waren auch beim Unentschieden gegen Italien meist in der Nähe des Mittelkreises zu finden, und der nominelle Stürmer Mario Mandzukic versuchte in der ersten halben Stunde, die Pässe von Italiens Spielgestalter Andrea Pirlo zu unterbinden. Er war jedoch immer bereit, einen eigenen Angriff zu starten. Die spanische Mannschaft scheint am ehesten nach einem Ballverlust im Mittelfeld durch schnelle Angriffe verwundbar, hier liegt ihre einzige manchmal sichtbare Schwäche. Der Grundformation der Kroaten mit zwei Stürmern und dem wuseligen Luka Modric im Zentrum können solche Konter gelingen, auch der als Außenverteidiger eingesetzte Dario Srna und der kopfballstarke Perisic denken in erster Linie offensiv. Die Kroaten werden ihre Chance suchen und nicht nur versuchen, Spaniens übliches Spiel zu verhindern.

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