TAKTIKSCHULE  mit Mathias Klappenbach : TAKTIKSCHULE  mit Mathias Klappenbach

Völlig perplex war ARD-Experte Mehmet Scholl angesichts des unberechenbaren Offensivspiels der Ukraine gegen die defensiv dicht gestaffelten Engländer, so ein augenscheinliches Durcheinander hatte der ehemalige Profi noch nicht gesehen. Dabei versuchte der ukrainische Trainer Oleg Blochin nur, dem Spiel seiner Mannschaft größtmögliche Variabilität zu geben. Ähnlich hält es auch Tschechiens Coach Michal Bilek. Sein Mittelfeld hat zwar auf den ersten Blick eine klare Rollenverteilung mit dem vor allem defensiven Tomas Hübschman und dem offensiven Rosicky-Ersatz Daniel Kolar, es macht aber jeder alles, nicht nur das Arbeitstier Petr Jiracek und Stabilitätsfaktor Jaroslav Plasil schalten sich mit in den Angriff ein. Dabei werden sie im Mittelfeld auf die erbarmungslos verteidigende Dreierreihe der Portugiesen treffen. Die Portugiesen spielen bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine bisher mit einer festen Ordnung stur auf schnelle Konter über ihre Einzelkönner Nani und Cristiano Ronaldo, die so gut sind, dass sie ohne große Unterstützung auskommen. Um ebenso gefährlich sein zu können, werden die Tschechen versuchen, im zentralen Mittelfeld die Spielkontrolle zu bekommen. Ihre offensiven Außenspieler können je nach Spielstand entscheiden, ob sie sich nach vorne einschalten (vor allem Cristiano Ronaldo nimmt nur sporadisch an der Defensivarbeit teil) oder ob sie vorrangig gegen die schnellen Angriffe des Gegners absichern. Eine weitere Möglichkeit, Portugal zu überraschen, sind die langen Vertikalpässe von Innenverteidiger Michal Kadlec, der den fußballerisch limitierten Roman Hubnik aus dem Team verdrängt hat. Die tschechische Mannschaft will mehr Optionen, um eine bessere Chance zu haben.

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