Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

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Die Anforderungen an das Winterschnäppchen sind hoch. Für das von Herthas Trainer Lucien Favre gewünschte schnelle und direkte Spiel fehlen ihm auf mehreren Positionen die entsprechenden Spieler, besonders hakt es aber im offensiven Mittelfeld. Im gesamten Kader findet sich niemand, der das Spiel im Sinne Favres prägen und die anderen vielleicht auch spielerisch mitreißen könnte. Herthas größte Leerstelle ist dort zu finden, wo der Ball in Bedrängnis schnell verarbeitet und dann sinnvoll weiter verteilt werden muss. Zuletzt stellte Favre in der Zentrale zwei rein defensiv orientierte Mittelfeldspieler auf – nach vorne passierte so noch weniger als ohnehin gewohnt. Zudem könnte Hertha noch gut einen rechten Außenverteidiger mit Offensivqualitäten gebrauchen, Arne Friedrich ist in der Innenverteidigung besser aufgehoben.

Da Malik Fathi auf links noch an seinem nächsten Entwicklungsschritt arbeitet, entstehen über die Außenpositionen sehr wenig gefährliche Aktionen, wenn sich der Gegner formiert hat. Mit einem passsicheren Tempomacher und einem zweiten guten Stürmer könnte Favre auf ein offensiveres System umstellen. Der neue Mittelfeldmann müsste auch die Fähigkeit besitzen, omnipräsent zu sein, um Angriffe über alle Positionen zu initiieren. So hervorragend, wie es Barcelonas Xavi am Mittwoch in der Champions League gegen den VfB Stuttgart gezeigt hat, müsste Herthas Spielgestalter ja gar nicht sein. Die Frage ist, was überhaupt im Jahresschlussverkauf für eher wenig Geld zu kriegen sein wird.

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