Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

„Franz“ sollen ihn seine Mannschaftskollegen schon rufen. Ein berühmtes Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit gibt es ja auch gar nicht. Wer spielt schon heutzutage noch als Libero – außer Traianos Dellas bei der EM 2004 für Griechenland und Mario Cantaluppi 2005 für den 1. FC Nürnberg ? Derzeit nur Ivica Grlic beim Abstiegskandidaten MSV Duisburg. Er soll der wackligen Defensive Sicherheit verleihen, das ist Trainer Rudi Bommer derzeit wichtiger, als im Mittelfeld einen Spieler mehr zu haben. Hier liegt der große Nachteil dieser Taktik: Grlic muss viele Bälle abräumen, die es sonst gar nicht so weit schaffen würden.

Zweimal hat Duisburg jetzt so gespielt, im Abstiegsduell gegen Hansa Rostock wird es wohl wieder so sein. Der moderne Libero – wenn es so etwas überhaupt gibt, spielt eher vor als hinter der Abwehrkette, um hier schon möglichst viele Angriffe abzufangen. Im Unterschied zum defensiven Mittelfeldspieler rückt er aber hinter die Kette, wenn der Gegner dem eigenen Tor schon recht nahegekommen ist. Früher fing der Libero vor allem die langen Pässe in den freien Raum ab, mit denen die Verteidiger überspielt werden sollten. Das ist jetzt nicht mehr so, Grlics Grundposition ist vor der Kette, weil die Nachteile sonst überwiegen würden.

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