Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

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Mehr als verblüfft war die deutsche Mannschaft, als sie von den Österreichern im Test im Februar eine Halbzeit lang vorgeführt wurde. Schnelle Pässe auf die Spitzen, die große Lücken in der allerdings ersatzgeschwächten deutschen Abwehr offenbarten, viele Chancen, nur kein Tor – am Ende siegte Deutschland sehr glücklich 3:0. Österreich verwirrte die Deutschen im 3-4-1-2-System, das den Vorteil bietet, statt des vierten Abwehrspielers den sogenannten „Dreiviertelspieler“ zu haben, der zwischen Verteidigungslinie und Mittelfeld des Gegners als Vorbereiter operiert und auf dieser Position schwer zu verteidigen ist. Auch gegen die Kroaten hatten die Deutschen P robleme mit einem flexiblen Mittelfeld mit einem Spieler mehr, die Kroaten opferten allerdings einen Stürmer dafür. Österreichs Trainer Hickersberger benutzte die 3-4-2-1 Taktik in der Vorbereitung und auch im ersten Spiel gegen Kroatien, wo sie allerdings nicht funktionierte. Gegen Polen schwenkte er auf ein 4-4-2 um, und die Probleme im vertikalen Spiel nach vorne, die mit vielen Mittelfeldspielern zuletzt aufgetreten waren, besserten sich auch dank der Tempodribblings von Ümit Korkmaz (Bild) auf der linken Seite. In der Mitte wechselten sich die beiden defensiven Mittelfeldspieler Leitgeb und Aufhauser in der Offensive ab, nur rechts bremste Ivanschitz etwas das Vertikalspiel – also auf der Seite, wo Deutschland bisher mit Podolski im Mittelfeld spielte und defensiv die meisten Schwächen zeigte. Egal, wie Joachim Löw heute umstellt und welche Taktik Österreich wählt, auf den Außenpositionen wird es für die deutschen Mittelfeldspieler viel zu tun geben. Und für alle bei den Standardsituationen, bei denen Österreich durchaus gefährlich ist. Anders als die Deutschen, die seit 95 Eckbällen auf ein Tor warten und seit 14 Länderspielen auf eines nach einer Freistoßflanke.

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