Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

Ein Tor hat Luca Toni ja schon erzielt – nur wurde sein Treffer gegen Rumänien zu Unrecht nicht gegeben. Auch heute setzen die Italiener auf ihren kopfballstarken Strafraumstürmer, der mit langen Pässen von Andrea Pirlo aus der Mittelfeldzentrale oder mit Flanken von außen bedient werden soll – entweder von den offensiven Außenverteidigern oder den Außenspielern, die optimal zu den Stärken Tonis passen. Wenn man das Spielfeld in Quadranten unterteilt, ist zu erkennen, dass die Italiener in der Grundformation im zentralen Mittelfeld gegenüber den Franzosen 3 zu 2 in der Überzahl, insgesamt aber im Mittelfeld mit 3 zu 4 in der Unterzahl sind.

Dies gilt, wenn Frankreich wie in der Grafik dargestellt zum System mit zwei Stürmern zurückkehrt. Das Problem für die Italiener sind dann die beiden äußeren Mittelfeldspieler Ribéry und Govou. Um sie zu stoppen, müssen in der Abwehrphase die Außenspieler (wahrscheinlich Cassano und di Natale) hinten aushelfen und die Außenverteidiger früh angreifen. Noch wichtiger ist aber, dass sie alle – gerade gegen Ribéry – Hilfe aus dem defensiven Mittelfeld (Gattuso) bekommen. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass die Innenverteidiger gegen die beiden Sturmspitzen Henry und Benzema nicht in der Überzahl sind.

Nach vorne gibt es in der Mitte gegen Makelele und Toulalan kaum ein Durchkommen. Auch deshalb bietet sich das Toni zugute kommende Spiel über die Flügel an, in dem vor allem Grosso im Spiel gegen Rumänien viele gute Flankenläufe zeigte. Hier lassen sich Überzahlsituationen herstellen, wenn die Außenverteidiger Ribéry und Govou überlaufen und in die Zone an der Eckfahne vordringen. Daran ändert sich auch nichts, wenn die Franzosen mit drei offensiven Mittelfeldspielern und nur einem Stürmer spielen sollten.

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