Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

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Die Siege der Deutschen seien in großem Maße der überragenden Physis von Michael Ballack zu verdanken, sagt Bundestrainer Joachim Löw in jedem dritten Satz und weist ebenso wie viele Kommentatoren auf Ballacks überragendes Laufpensum hin. Das ist es in der Tat, in den drei Vorrundenspielen lief Ballack mehr als 34 Kilometer, normal sind etwas unter 30. Noch einen Kilometer mehr als Ballack lief der russische Kapitän Sergej Semak, der im Spiel gegen Schweden sogar noch von Igor Semschow übertroffen wurde, für den exakt 12 Kilometer gemessen wurden. Die Russen laufen, nein, sie stürmen geradezu nach vorne. Keine andere Mannschaft ist nach einem Ballgewinn so schnell mit so vielen Spielern im Angriff präsent. Was bei den Holländern über zwei oder drei Stationen läuft, schaffen die Russen mit ihren sehenswerten Kombinationen in nahezu dergleichen Zeit über vier oder fünf Spieler. In die Kombinationen ist auch Stoßstürmer Pawljutschenko (Foto) eingebunden, während bei den Holländern van Nistelrooy auf Anspiele lauert. „Wir können gar nicht anders“, sagt Sergej Semak, der ein Spiel zweier identischer Systeme und ein „Offensivfeuerwerk“ erwartet. Das lassen die bisherigen Spiele hoffen, die russische Mannschaft des holländischen Trainers Guus Hiddink ist allerdings mehr als eine Kopie der Holländer. Zwar müssen auch bei den Russen die drei offensiven Mittelfeldspieler viel nach hinten arbeiten, im Angriff tauschen sie ihre Positionen aber kaum vorhersehbar. Zudem haben die Russen in Anjukow und Schirkow zwei ständig offensive Außenverteidiger, die Holländer in van Bronckhorst hingegen nur einen. Gegen Schweden wurde zwar Andrej Arschawin zum „Man of the Match“ gewählt, Linksverteidiger Schirkow aber hatte mit seinen Vorstößen, genauen Zuspielen und gefährlichen Schüssen ein ganz großes Spiel gemacht.

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