Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

Verständnis für Rafael van der Vaarts Wechsel zu Real Madrid und die Einsicht, dass ein solcher Spieler eigentlich zu gut für den HSV ist, waren die vorherrschenden Reaktionen in Hamburg. Doch was jetzt? Es gehört zum Geschäft, dass irgendwer zum Nachfolger des Unersetzlichen ausgerufen werden muss. Es ist Pech für Piotr Trochowski, dass es erst einmal ihn trifft. Denn der 24-Jährige (Foto: ddp) ist ein guter Mittelfeldspieler, auch wenn er sich mit seinem kleinteiligen Spiel des Öfteren verheddert. Auf keinen Fall aber ist er ein Regisseur. Auch ein Torjäger wie van der Vaart ist er nicht, obwohl er einen harten Distanzschuss besitzt. 88-mal hat er in der vergangenen Saison aufs Tor geschossen – aber nur einmal getroffen. Dafür hat er immerhin sieben Tore vorbereitet.

So richtig scheint der neue Trainer Martin Jol noch nicht zu wissen, was er mit dem deutschen EM-Teilnehmer (kein Einsatz) machen soll. Mit einem 4-3-3-System, wie eigentlich gewünscht, könne er derzeit nicht spielen lassen, weil er keinen linken Mittelfeldspieler habe, sagte Jol vor dem Testspiel gegen Real Madrid. Dort spielte eigentlich immer Trochowski.

So richtig in die Zentrale soll und darf er aber auch nicht. Deshalb besetzt er im offensiven Mittelfeld gleichzeitig die Positionen links und in der Mitte, rechts sind Jonathan Pitroipa und der vorstoßende David Jarolim. Eine richtige Spielmacherposition ist das nicht, und in der Spitze wird er auch nicht oft zu finden sein. Das Spiel des HSV könnte zunächst einmal linkslastig sein, weil auch Stürmer Olic von links in die Mitte zieht. Im Saisoneröffnungsspiel bei den Bayern gegen deren vermeintlichen Schwachpunkt Christian Lell wäre das keine schlechte Taktik. Doch auf Dauer? Jol sagt, Trochowski müsse in die neue Rolle hineinwachsen. Und fordert gleichzeitig zwei neue Spieler, die „fertig“ sein sollen. Vielleicht ist da ja ein Nachfolger für van der Vaart dabei.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben