Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

29 Tore sind am ersten Spieltag gefallen, das sind mehr als drei pro Spiel und überdurchschnittlich viele. Deshalb große Vorfreude auf eine spektakulär offensive Bundesligasaison nach in dieser Hinsicht eher zurückhaltenden Jahren zu bekommen ist sicher vermessen. Und doch ist es bemerkenswert, dass am ersten Wochenende 13 von 18 Mannschaften mit zwei Stürmern gespielt haben und damit eindeutig gegen den langfristigen Trend im internationalen Klubfußball und bei der Europameisterschaft. Je nachdem, ob man Schalkes und Bielefelds Taktik als 4-3-3 bezeichnet, war es sogar noch offensiver.

Das internationale Mittel der ersten Wahl heißt grob gesagt 4-5-1 und etwas genauer beschrieben 4-2-3-1, mit ihm soll ein Höchstmaß an Variabilität und Stabilität erreicht werden. Nur wer meint, den Gegner ständig so unter Druck setzen zu können, dass er eine zwischenzeitliche Unterzahl im Mittelfeld verkraftet, tritt auf höchster Ebene mit einem 4-4-2 und zwei Angreifern an. Die Grundidee dabei ist, dem Gegner seine Spielweise vorn vornherein aufzuzwingen und nicht zu reagieren.

Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann ist ein klarer Befürworter dieser Taktik, mit der sich ein entscheidender Punkt besser umsetzen lässt: das schnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff nach Ballgewinn. Eine zusätzliche Anspielstation in der Spitze kann dabei einen Passweg und entscheidende Zeit sparen. Würden die Bayern bei ihrem Kader mit nur einem Stürmer in der Bundesliga spielen, wirkte das sicher lächerlich. Bei Cottbus hingegen ist diese Spielweise mit Dennis Sörensen als zweitem Stürmer sehr interessant. Und für die Bayern wird es das dann in der Champions League.

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