Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

Der FC Bayern will es öfters tun, Hertha tut es ohnehin ab und zu,und auch Borussia Mönchengladbach hat damit überraschte Bremer besiegt: Die Dreierkette in der Abwehr, über viele Jahre in der Bundesliga nur in Ausnahmesituationen wie großer Personalnot oder in einer schweren Krise praktiziert, ist als ernsthafte taktische Option zurück. Die Trainer wollen mehrere eingeübte Systeme zur Verfügung haben, um auch während der Spiele flexibel reagieren zu können. So wie die Gladbacher, bei denen Marcel Ndjeng (Foto) von der rechten Verteidigerposition ins Mittelfeld rücken kann. Durch die Überzahl im Mittelfeld kann beim aggressiven Pressing mehr Druck auf den Gegner ausgeübt werden, um schnell den Ball zu gewinnen, zudem sind die Passwege zum nächsten Mitspieler danach kürzer und damit risikoärmer. Wichtige Voraussetzung dafür ist das so genannte „Verschieben“ aller Mannschaftsteile, um in der ballnahen Zone in Überzahl zu sein und gleichzeitig die dadurch entstehenden offenen Räume anderswo abzudecken. Denn die Dreierabwehr birgt natürlich auch Risiken: Es wird eine geringere Spielfeldbreite abgedeckt, was die Gefahr bei Diagonalpässen vergrößert – auch im Deckungszentrum, wo durch das Verschieben die kritischsten Lücken entstehen. Spielt Bayern mit Dreierkette, stehen deshalb hinten die drei gelernten Innenverteidiger Lucio, van Buyten und Demichelis. Diese Qualität der Abwehrspieler ist in diesem System elementar, wie beim 4:1 der Bayern gegen Hertha zu sehen war. Demichelis lief souverän alle Diagonalpässe auf Pantelic ab, während Luca Toni Berlins Dreierkettenmann von Bergen mit einer Täuschung düpierte und völlig frei ein Tor schoss.

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