Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

Es ist eine der grundlegenden Fragen für die Arbeit eines Trainers, ob er Spieler zur Verfügung hat, die seine Vorstellungen von Fußball adäquat umsetzen können oder es zumindest mit der Zeit lernen. Jürgen Klinsmann will beim FC Bayern jeden Spieler insgesamt besser machen – und hat zuletzt auf eine unter Ottmar Hitzfeld bewährte Taktik zurückgegriffen, in der Zé Roberto gemeinsam mit einem anderen Spieler im defensiven Mittelfeld verteidigt und gleichzeitig derjenige der beiden „Sechser“ ist, der sich permanent auch mit in den Angriff einschaltet. Beibringen musste er das dem auf dieser Position oft überragenden Zé Roberto aber nicht mehr.

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp ist ein Anhänger dieser Taktik und wollte deshalb den aus Karlsruhe geholten Spielmacher Tamas Hajnal (Foto) so umschulen, dass er wie Zé Roberto mit verteidigt und nach einem Ballgewinn vorrückt und die Stürmer einsetzt oder selbst zum Abschluss kommt. Klopp verlangt eigentlich von allen Spielern laufintensive Abwehrarbeit und Pressing.

Die ersten Saisonspiel zeigten aber, dass Hajnal seine Stärken in der Offensive verliert, wenn er Sebastian Kehl im ungewohnten defensiven Mittelfeld dabei unterstützen muss, den zentralen Mittelfeldspieler des Gegners (wie am Samstag beispielsweise Bremens Diego) zu bearbeiten. Das hat Jürgen Klopp eingesehen und Hajnal wieder ins zentrale offensive Mittelfeld gestellt, wo er beim KSC so stark war. Ein guter Trainer weiß eben auch, was er manchem Spieler beibringen kann. Und was nicht.

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