Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

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Die Bundesliga ist im Torrausch. Mehr als drei Treffer schießen die Profis im Schnitt pro Spiel, das sind so viele wie lange nicht mehr und deutlich mehr als in England, Spanien oder Italien. Aber nicht alle Mannschaften nehmen am Torfestival teil, weil sie es nicht wollen, nicht können oder beides. Den Spielern der Frankfurter Eintracht könnte man noch die Gnadennote „Hat sich stets bemüht“ geben, wenn ihre Leistungen nicht ganz so erbarmungswürdig wären wie – nur zum Beispiel – im Nachholspiel gegen Karlsruhe. Einen „Sieg der Leidenschaft“ hat Trainer Friedhelm Funkel gesehen, bei dem Ioannis Amanatidis in der Nachspielspielzeit das glückliche 2:1 gelang. Uninspirierte, zögerliche, oft hilflose Angriffsversuche hatten hingegen die Zuschauer zu sehen bekommen. Genauso unansehnlich spielt nur der Gegner am Samstag, Energie Cottbus, an seinen schlechten Tagen.

Eine Fußballbinse lautet, dass man viel über Außen spielen soll, weil es in der Mitte oft zu voll ist. Die Frankfurter bauen aber nahezu jeden Angriffszug über Außen auf und sind deshalb sehr leicht ausrechenbar für den Gegner, der diese Positionen nur zustellen muss, um die Eintracht zu entmutigen, während die Mitte leer bleibt, in der Benjamin Köhler und Junichi Inamoto (Bild) oft überfordert sind. Manchmal wurschtelt sich noch Außenverteidiger Patrick Ochs durch, flankt dann aber wie seine Mannschaftskollegen ins Nichts. Coach Funkel hat es im Mittelfeld schon mit zwei Sechsern, einer Raute und weiteren Formationen versucht, ein strukturierter Spielaufbau durch die Zentrale deutete sich aber nur dann an, wenn er den bei ihm nicht wohlgelittenen Brasilianer Caio ausnahmsweise einmal einwechselte. In der Sturmzentrale fehlt jedenfalls Torschütze Amanatidis erst einmal wieder wegen einer Knieverletzung.

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