Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

Vielleicht muss wirklich Lukas Podolski zurückkehren, damit Kölns Trainer Christoph Daum einen zweiten Stürmer aufstellt. Eigentlich war für diese Rolle ja Neuzugang Manasseh Ishiaku vorgesehen, der aber weiterhin verletzt ist. So hat es Daum zu Beginn der Saison zunächst mit Sergiu Radu als zweitem Angreifer versucht, doch inzwischen ist er von dieser Taktik wieder abgekommen und setzt vorne alleine auf Kapitän Milivoje Novakovic (Bild). Erreicht hat er dadurch vor allem eine Stabilisierung der zahlenmäßig gestärkten Defensive. Es ist schwer, gegen die Kölner ein Kombinationsspiel aufzuziehen. Sie sind jetzt mit diesem System eingespielt, fünfmal hintereinander brachte Daum zuletzt dieselbe Startelf, das hat kein anderer Bundesligist gemacht. Einfallslos sind die Kölner dafür, wenn sie den Ball erobert haben. Mit besten Grüßen hoch nach vorne Richtung Novakovic geht es dann sehr oft, um hinterherzulaufen und zu hoffen, dass der den Ball behaupten und dann auf die nachgerückten Außenspieler Nemanja Vucicevic und Fabrice Ehret ablegen kann. Es ist erstaunlich, dass die Kölner auch in der Bundesliga mit dieser Spielweise recht erfolgreich sind. In der vergangenen Zweitligasaison haben sie oft dieses Mittel gewählt – gegen defensiver eingestellte Gegner, dafür aber mit einem zweiten Stürmer als Anspielstation. Novakovic spekulierte auch da schon oft darauf, dass die Fahne des Assistenten unten bleibt, doch ist er in dieser Disziplin lange nicht so gewitzt wie beispielsweise Theofanis Gekas. Der sitzt bei Bayer Leverkusen auf der Bank, weil er seinen Platz an Patrick Helmes verloren hat, den Sturmpartner von Torschützenkönig Novakovic aus der Zweiten Liga in der vergangenen Saison. Jetzt wird Helmes vielleicht der beste Torjäger in der Bundesliga und es bleibt ein Rätsel, warum die Fans nicht ihn, sondern Podolski wiederhaben wollen.

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