Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

Man konnte ja fest damit rechnen, dass sie Zé Roberto beim FC Bayern hinterherheulen werden. So schnell und intensiv war es aber vielleicht doch nicht zu erwarten, und der neue Trainer Louis van Gaal wird nicht müde zu betonen, dass der Abgang des Brasilianers schon feststand, als er nach München kam. Der Hamburger SV hingegen gab dem 35-Jährigen den gewünschten Zweijahresvertrag. Warum auch nicht, denn der elegante Spieler der Bundesliga, der dem Begriff Drahtigkeit eine neue Bedeutung gegeben hat, wird wahrscheinlich noch ewig wirbeln. Zé Roberto ist einer der beliebtesten Spieler bei Fans des Spiels, und David Jarolim ist wegen seiner Fallsucht, die er nur für seine eigenen Fouls unterbricht, einer der unbeliebtesten. Zusammen sind sie die beste Doppelsechs, also die besten zentralen defensiven Mittelfeldspieler der Liga. Üblicherweise sollen sich die beiden Sechser damit abwechseln, vor der Abwehr Räume zu verengen oder das Spiel in die Offensive zu tragen. Zé Roberto und der jeden Gegenspieler bis zur Verzweiflung nervende Jarolim können aber beide beides gleichzeitig. Wie beim ersten Tor gegen den VfL Wolfsburg, als Zé Roberto mit einem schönen Pass Jarolim in Szene setzte, der so die Torvorlage geben konnte. Oder wie beim 2:0, als Zé Roberto im Mittelfeld den Ball eroberte und zu Jarolim passte, der ihn ein Stück weit trieb und mit einem Abspiel den Treffer einleitete. Dank Zé Robertos Klasse ist die Abstimmung perfekt, und wenn er sich nicht selbst über links oder auch durch die Mitte in den Angriff einschaltet (so hatte er gegen Wolfsburg selbst drei sehr gute Torchancen und scheiterte nur knapp), hat er die Fähigkeiten, um Jarolim miteinzubeziehen, wo immer der auch gerade langläuft.

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