Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

Seit dem zweiten Spiel feiern sie bei Juventus Turin ihren neuen Spielmacher und Torschützen Diego. Werder Bremen muss nun ohne ihn auskommen, und vor der Saison war allgemein erwartet worden, dass Trainer Thomas Schaaf die Aufgabe so löst, indem er sich von seiner geliebten Raute trennt. Eine Doppelsechs im defensiven Mittelfeld mit Torsten Frings und Tim Borowski und davor in Mesut Özil und Marko Marin zwei offensive Mittelfeldspieler auf den Außenbahnen (mit diesem System spielt nicht nur der nächste Gegner Bayer Leverkusen) schienen sich anzubieten, und so versuchte es Schaaf auch am ersten Bundesligaspieltag bei der 2:3-Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt. Danach modifizierte er von Spiel zu Spiel das System hier und da, bis er schließlich am vierten Spieltag die neue Grundformation fand. Es ist die gute alte Raute – mit drei defensiveren Spielern und davor Marko Marin (Foto) als zweitem Stürmer, der mal in vorderster Linie unterwegs ist und sich mal als hängende Spitze herumtreibt. Der 20-Jährige besitzt genau jene physischen Fähigkeiten, die einen offensiven Außenspieler, der oft auch Halbspitze genannt wird, auszeichnen. Die wichtigsten sind Geschicklichkeit und Gewandtheit, die vor allem in der Ballannahme und im Eins- gegen-eins gefragt sind. Technisch und taktisch sollen solche Spieler dribbelstark sein, aus jeder Lage genau flanken können und über ein präzises Steilpassspiel verfügen. Für den Abschluss sind andere zuständig. Marin, der zwei Tore vorbereitet und keins geschossen hat, ergänzt sich optimal mit Özil, der auf Außen verschenkt wäre. Özil kann alles, was ein Spielmacher können muss, er kann sich nach allen Seiten geschmeidig drehen und die Richtung des Spiels ändern, intelligent die Seiten wechseln und selbst zum richtigen Zeitpunkt in die Tiefe starten, etwa bei leicht verzögerten Konterangriffen. Dann macht Özil (bisher drei Vorlagen und drei Tore) genau das, wofür sonst eine so genannte hängende Spitze zuständig ist. So hat auch Diego oft gespielt, nur war da Werders zweiter Stürmer noch leichter auszurechnen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben