Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

Die gängige Grundformation im Fußball ist heutzutage ein 4-4-2. Wenn eine Mannschaft einen Spieler durch einen Platzverweis verliert, wird fast immer auf 4-4-1 umgestellt, weil man in der Defensive stabil bleiben will. Es war in der Saison 1996/97, als in der italienischen Serie A Udinese Calcios Verteidiger Genaux im Auswärtsspiel bei Juventus Turin schon in der dritten Minute vom Platz flog. Trainer Alberto Zaccheroni zog aber keinen Stürmer ab, sondern ließ einfach im 3-4-2 weiterspielen. Und gewann in Unterzahl sensationell 3:0 beim Tabellenführer Juve. Auch danach siegte Udinese weiter mit drei Verteidigern in hinterster Linie im 3-4-3, das sich für einige Zeit in der Serie A verbreitete und von vielen Trainern zum 3-4-1-2 modifiziert wurde, in welchem dem zentralen Mittelfeldspieler hinter den Spitzen entscheidende Bedeutung zukommt. Einen solchen überragenden Vorbereiter oder „Dreiviertelspieler“, wie er in Italien genannt wird, hat Trainer Felix Magath in Schalke nicht.

Dennoch hat er in den vergangenen beiden Bundesligapartien mit einer Dreierkette spielen lassen, weil er in dieser Variante wichtige Stärken seines Kaders zur Geltung bringen und Schwächen kompensieren kann. Die beiden äußeren Mittelfeldpositionen sind mit defensiven Spielern besetzt, die aus der Dreier- schnell eine Vierer- oder Fünferkette machen können. Das bietet sich an gegen Mannschaften mit starken offensiven Außenspielern, weil im defensiven Mittelfeld derzeit gleich zwei Reservekräfte für den verletzten Jermaine Jones und dessen ebenfalls maladen Ersatzmann Mineiro aushelfen müssen. Zudem kann in diesem System Rafinha seine Offensivqualitäten noch besser einbringen, als er das auf der Position des Rechtsverteidigers in der Viererkette tut. Fast alle Angriffe werden über seine und Jefferson Farfans rechte Seite eingeleitet. Links offensiv hat es Lewan Kenia schwerer, ins Spiel zu kommen. Lässt Magath mit der von ihm eigentlich favorisierten Raute im Mittelfeld vor einer Viererabwehr spielen, ist der talentierte Kenia aber immerhin einer der Kandidaten für die Zehnerposition.

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