Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

Es hat nicht nur in Spanien viele Fußballinteressierte verwundert, dass Juan Arango (Foto) in dieser Saison bei Borussia Mönchengladbach gelandet ist. Der Kapitän der Nationalmannschaft Venezuelas könnte sicher auch bei einem Klub mit höheren Ambitionen spielen. In den ersten Bundesligaspielen trumpfte er dann gleich groß auf und die Gladbacher weckten mit tollen Offensivleistungen Erwartungen auf mehr, als man ihnen zugetraut hatte. Auf die sehr guten Leistungen folgten durchschnittliche und schwache, und nach fünf Bundesliganiederlagen in Serie steht nur noch Hertha BSC hinter den Gladbachern. Es fehlt die Stabilität, die nach sieben Trainern in sechs Jahren sowie zwei Übergangsübungsleitern eigentlich mit Michael Frontzeck und den Investitionen in Spieler wie Arango oder den neuen Stürmer Raul Bobadilla kommen sollte. Tatsächlich sind im Offensivspiel der Gladbacher viele gute Ansätze zu sehen, auf welche die Verantwortlichen auch nach Niederlagen wie der jüngsten in Wolfsburg dann verweisen. Frontzeck experimentiert mit den verschiedensten Grundformationen und versucht, richtig Fußball spielen zu lassen. Er vertraut sehr auf die Stärke des Kaders, was beim vorhandenen Potenzial in der Offensive richtig ist. Er hat aber ein Problem, das er mit keiner taktischen Umstellung beheben können wird: die mangelnde Qualität seiner Abwehrreihe, der regelmäßig folgenreiche Fehler unterlaufen. Allein nach Standardsituationen haben die Gladbacher bereits fünf Gegentore kassiert, so droht selbst im Derby gegen das offensivschwächste Team der Liga aus Köln ständig Gefahr. Frontzeck ist quasi dazu verdammt darauf zu hoffen, dass die Offensive die Fehler der Defensive wettmacht. Vielleicht kommt ja auch etwas Glück hinzu: Juan Arango hat schon viermal Latte oder Pfosten getroffen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben