Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

Es muss einiges zusammenkommen bei Werder Bremen, damit die Mannschaft in eine solche Krise wie die jetzige stürzt. Die Gründe ähneln sich aber jedes Mal sehr. Sicher sind die Bremer stärker als andere Teams von ihren Topspielern abhängig, Ausfälle treffen sie hart. In neun Spielen mit Claudio Pizarro in der Startelf holte Werder 20 Punkte, in zehn Spielen ohne ihn in der Anfangsformation acht Zähler. Fast genauso schmerzlich ist aber der Ausfall von Philipp Bargfrede, dem defensiv eingestellten Mittelfeldspieler. Es ist ebenso wenig wie Pizarros Statistik ein Zufall, dass der Beginn der Krise mit Bargfredes Ausfall am 15. Spieltag zusammenfällt. Seitdem hat Werder nur einen Punkt geholt und jetzt viermal hintereinander verloren. Ohne Bargfrede, den sowohl Daniel Jensen als auch Tim Borowski nicht ersetzen können, haben auch die Leistungen des so genannten „magischen Dreiecks“ aus Marko Marin, Aaron Hunt (Foto) und Mesut Özil nachgelassen. Dass der Vertragspoker um Mesut Özil eröffnet ist, spielt dabei eher eine untergeordnete Rolle. Denn mehr als bei anderen Mannschaften ist eine Bremer Leistungskrise immer gleich eine deutlich sichtbare Ergebniskrise. Und äußerte sich in den vergangenen Jahren immer auf diesselbe Weise. Für Werders überfallartiges Pressing rückt die Viererkette sehr weit auf, um die Räume zu verengen. Wird dann aber im Mittelfeld nicht der Pass in die Tiefe verhindert, sind die Abwehrspieler von Angreifern, die sich mit Tempo in der Vorwärtsbewegung befinden, leicht zu überlaufen. Auch wenn die Bremer Offensivspieler häufig die Positionen wechseln, ist es vornehmlich die Aufgabe von Aaron Hunt, diese Zuspiele zu verhindern. Wann Philipp Bargfrede wieder spielen kann, ist im Moment nicht klar.

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