Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

Als EM-Star wird der kroatische Spielmacher Luka Modric erwartet, schließlich wechselt er für 26 Millionen Euro zu Tottenham Hotspur, und viele andere Klubs waren auch an dem außergewöhnlichen Techniker interessiert. Gegen Österreich verwandelte er dann nach vier Minuten einen Elfmeter – und hatte anschließend nicht mehr viele Aktionen, die in den Zusammenschnitt der Fernseh-Highlights kamen. Seine wichtigen Pässe, mit denen er das Spiel aufbaut, sind nicht immer spektakulär, dafür aber effektiv. 84 Prozent seiner Zuspiele kamen an, das ist eine sehr gute Quote, auch im Vergleich zu den 92 Prozent des Innenverteidigers Robert Kovac. Der spielte halb so viele Pässe wie Modric, und viele davon waren nur kurze.

Die meisten Pässe von Modric fielen in die Kategorie mittellang, so steuert er den Spielaufbau der Kroaten. Seine häufigsten Anspielstationen sind die Außenverteidiger Vedran Corluka und Danijel Pranjic, die er so quasi zwingt, sich mit einzuschalten. Umgekehrt passen diese – ebenso wie Niko Kovac – meist zu Modric, der dann vor allem Ivica Olic oder Darijo Srna sucht. Srna lief im ersten Spiel mit 11,1 Kilometern bei den Kroaten am meisten, trotzdem kann es ein, dass er gegen Deutschland zusätzliche Unterstützung bekommt. Der im ersten Spiel etwas abgeschnittene und auch von Modric nicht oft angespielte Mladen Petric könnte durch den zusätzlichen Mittelfeldspieler Ognjen Vukovic ersetzt werden, um den Vorstößen von Michael Ballack und auch von Lukas Podolski, falls der wieder im Mittelfeld spielt, etwas entgegen zu setzen. Ebenso könnte auch Ivan Klasnic Petric auf dessen Position ersetzen. Spielt Kroatien nur mit einem Stürmer, ist auch denkbar, dass Ivan Rakitic die Offensive aus dem Mittelfeld unterstützen soll. Wer auch immer die Deutschen besiegen soll, er wird auf die Pässe von Luka Modric angewiesen sein.

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