Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

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Er soll nach vielen Jahren und vielen Fehleinkäufen endlich der Stürmer sein, der die Problemzone von Hertha BSC vergessen lässt: Christian Gimenez. Wenn der Argentinier viele Tore schießen will, braucht er allerdings viele Flanken, denn der 31-Jährige ist ein Strafraumstürmer, der die Bälle aus kurzer Entfernung mit dem Kopf oder dem Fuß im Tor versenkt. Gimenez optimal einzusetzen, bedeutet für Hertha eine Umstellung des Systems. In der vergangenen Saison spielte meist Marcelinho hinter dem einzigen Stürmer Marko Pantelic und erzielte nicht nur die meisten Tore (zwölf), sondern gab auch mit Abstand die meisten Vorlagen (ebenfalls zwölf). Viele Flanken von den Außenpositionen waren nicht darunter, Marcelinho ist eher ein Meister des feinen Passes denn ein Flankengott. Die Flanken in die Mitte auf Gimenez sollen nun vermehrt von den offensiven Mittelfeldspielern Gilberto und Ellery Cairo kommen, die beide zusammen aber in der Vorsaison nur fünf Assists hatten. Auf den gleichen Wert kommen die Außenverteidiger Malik Fathi und Arne Friedrich. So wird wohl auch der zentrale Mittelfeldspieler Yildiray Bastürk des Öfteren nach außen ausweichen, um auf Gimenez zu flanken, obwohl auch Bastürk lieber flache Pässe spielt als weite Flanken zu schlagen. Adressat für die Pässe wird eher Pantelic sein, der in Zukunft mehr um den Strafraum herum als darin spielen muss, um Gimenez keinen Platz wegzunehmen. Zwar kam Christian Gimenez nach seiner ersten Einwechslung am vergangenen Sonntag in Wolfsburg gleich zu einer sehr guten Kopfballchance, der aber ein Freistoß von Gilberto vorausging. Aus dem Spiel heraus hatte Ellery Cairo zuvor in einer Stunde nur zwei ungenaue Flanken zustande gebracht. Für ihn kam der 19-jährige Patrick Ebert, der in den fünf Pflichtspielen dieser Saison viermal eingewechselt wurde. Eine nun besonders wichtige Qualität wies er dabei nach: Er schlug scharfe und genaue Flanken.

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