Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

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Nicht nur die Fans, sondern auch einige Spieler waren irritiert, als bei den Schalkern in der Saisonvorbereitung T-Shirts mit dem Slogan „Totale Dominanz“ ausgeteilt wurden. Demonstratives Selbstbewusstsein oder überhebliche Arroganz war die Frage, die Trainer Mirko Slomka mit seiner taktischen Grundausrichtung in den ersten beiden Bundesligaspielen so beantwortet hat: Spielkontrolle durch drei Stürmer. Wenige Teams haben eine ähnlich offensive Aufstellung. Bayer Leverkusen spielt erfolgreich mit drei offensiven Mittelfeldspielern hinter einem Stürmer, Hannover 96 hat mit der gleichen Taktik viele Kontertore kassiert. Gleich drei gelernte Stürmer schickt außer Mirko Slomka nur Hans Meyer beim 1. FC Nürnberg auf den Rasen, zumindest wenn nicht wie jetzt gerade Robert Vittek verletzt ist. Bei den Schalkern ist das System nicht so personalabhängig. Grundsätzlich geht es darum, den Gegner schon weit in dessen Hälfte anzugreifen und unter Druck zu setzen. Solch aggressives Pressing praktiziert auch Schalkes heutiger Gegner Werder Bremen mit zwei Stürmern, aber Slomkas Mannschaft braucht ihre drei Spitzen als Anspielstationen für die mit hohem Tempo und über den Spielmacher Lincoln vorgetragenen Angriffe. So schnell, wie Slomka sich das Angriffsspiel vorstellt, können die offensiven Außenverteidiger Rafinha und Kobiaschwili nämlich gar nicht immer aufrücken. Die gewünschte Dominanz hat Schalke zum Beispiel im ersten Spiel gegen Frankfurt bereits erreicht, bis zum 1:1-Ausgleich hatten die Gelsenkirchener acht Torchancen und der Gegner keine. Dafür mussten Lövenkrands und Altintop viel laufen, oft die Seiten tauschen und bei Gelegenheit auch in die Mitte ziehen. Dort enttäuschte bislang Kuranyi, für ihn könnte heute Asamoah in die Mannschaft kommen. Er würde die rechte Seite besetzen, Altintop ins Zentrum rücken. Denn dort muss sich Schalke noch steigern, wenn die Dominanz auch Tore bringen soll.

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