Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

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Insgesamt drei Spieler sind in der Bundesliga am Wochenende wegen einer Roten Karte gesperrt. Ihre Namen sind Mahdavikia, Benjamin und Demel, alle treten sie für den Hamburger SV gegen den Ball oder wahlweise ihre Gegner um. Zudem sind die Stammspieler Atouba und van der Vaart verletzt – Trainer Thomas Doll hat in dieser Saison noch nie zweimal hintereinander dieselbe Mannschaft aufgeboten. Doch eines war während all der Diskussionen um Sperren, zu viele neue Spieler aus zu vielen verschiedenen Ländern und Verschwinden des Mannschaftsgeistes konstant: Die taktische Grundaufstellung mit der offensiven Mittelfeldraute. Sie war die Grundlage für die Erfolge im vergangenen Jahr und ist Grundlage für den Anspruch von Doll, das Spiel bestimmen zu wollen. Dies ist in den letzten Wochen trotz der elf sieglosen Spiele häufiger gelungen, auch wenn am Ende die anderen gejubelt haben. Gewinnt die Verteidigung den Ball, versuchen die Hamburger mit viel Risiko, schon vor dem eigenen Strafraum durch Kurzpassspiel über de Jong und die weiteren Stationen den Ball kontrolliert nach vorne zu bringen. Weite Pässe sind nur sehr selten zu sehen. Sorin und Jarolim besetzen die Außenpositionen bei Angriffen, der vorgezogene Trochowski soll die beiden Stürmer einsetzen oder selbst zum Abschluss kommen. Obwohl Spieler wie der neue Innenverteidiger Mathijsen derzeit einen ungewohnten Platz einnehmen müssen, wird Doll weiter an seinem Grundsystem festhalten. In der Champions League ist er am Dienstag erstmals davon abgewichen und wollte mehr Sicherheit ins Spiel bringen, mit zwei defensiven Mittelfeldspielern hat nach vorne aber gar nichts funktioniert. Die Spieler, die im Vorjahr schon da waren, haben den Anspruch des gepflegten Bestimmerfußballs verinnerlicht, und die neuen wurden geholt, weil sie dazu passen. Der Ausweg aus der Krise gegen Frankfurt kann nur Systemtreue heißen.

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