Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

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Hans Meyer spielt gerne offensiv, mit drei Stürmern. Doch Trainer Meyer hat genau deshalb ein Problem: Er hat keinen Platz für seinen Torschützenkönig. Denn Marek Mintal ist für Meyer kein Stürmer, sondern ein „Schattenstürmer“. Das heißt, er darf nur im Mittelfeld spielen. Dort sind aber alle Plätze belegt. Für die Positionen von Galasek und Mnari vor der Abwehr kommt der defensivschwache Slowake ohnehin nicht in Frage. Und hinter den Spitzen spielt normalerweise Jan Polak. Der spielstarke Tscheche hat einen Stammplatz und ist mit drei Treffern bester Torschütze der Nürnberger in dieser Saison. Mintal war aber in der vorletzten Spielzeit sogar der beste Torjäger der Bundesliga. Die vergangene Saison fand für ihn allerdings nicht statt, er hatte sich zweimal den Fuß gebrochen. Da hat Mintal seinen Platz verloren, und wenn ihm Meyer diesen wiedergeben will, muss er dafür sein System mit den drei Stürmern umstellen, von dem sich auch der FC Bayern abgucken kann, wie ansehnlicher Offensivfußball funktioniert. Meyer hat aber bisher nur selten einen Platz für Mintal gefunden. Nur dreimal war Mintal von Anfang an auf dem Spielfeld, meist, weil ein Stürmer ausfiel. Übernimmt Mintal die Position von Polak hinter den Angreifern, rückt dieser weiter auf die rechte Seite, Vittek und Sajenko sind die beiden Stürmer, Schroth muss für Mintal auf die Bank. Aus 4-3-3 wird 4-4-2. Das ist aber nur auf den ersten Blick defensiver. Denn der zentrale Stürmer Schroth arbeitet auch sehr viel nach hinten, „Schattenstürmer“ Mintal lauert hingegen im offensiven Mittelfeld ständig auf seine Chance, in die Spitze vorzustoßen. Dann ist er am torgefährlichsten, weil er die Gabe besitzt, die nächste Spielsituation vorauszuahnen. Ob Mintal nun spielen wird oder nicht, die Abwehr von Hertha BSC wird am Samstag immer drei Angreifer gegen sich haben. Ein Schatten ist allerdings besonders schwer zu fangen.

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