Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

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Vielleicht sollten sich mehr Verantwortliche bei Bundesligaklubs dazu durchringen, vor der Saison abstrakte Ziele auszugeben. „Ehrlichen Fußball“ will beispielsweise Hertha BSC spielen, das gelingt, unabhängig davon, wie man die Aussage genau versteht, durchaus mit Erfolg. Beim VfB Stuttgart heißt das Schlagwort „Leidenschaft“, und wie gut seine Mannschaft diese Emotion auf den Fußballplatz bringt, überrascht selbst Armin Veh, der sicherheitshalber „bescheiden“ bleiben will. Ohne Fernando Meira habe er sich sein Team gar nicht vorstellen können, sagt der Trainer des VfB Stuttgart. Dass der verletzte Kapitän in dieser Saison erst dreimal auf dem Platz gestanden hat, fällt aber gar nicht weiter auf. Der VfB hat ein funktionierendes Team, ohne Meira, und auch ohne die Ikone der letzten Jahre, Zvonimir Soldo. Manchmal stehen sieben Neuzugänge in der Startelf, trotzdem gab es seit acht Spielen keine Niederlage. Warum das so ist, weiß nicht nur der Trainer nicht so recht zu erklären. Sicher, Veh und Manager Horst Heldt haben Spieler geholt, die das Konzept des offensiven Kurzpassspiels umsetzen können. Und jeder Einzelne wie etwa Pavel Pardo, der im defensiven Mittelfeld wie einst Soldo fast alleine die Angriffe der Gegner stoppt und seinen Kollegen so auch gegen Hannover viel Platz für ihre Angriffe geben wird, überzeugt für sich. Doch die Grundlage dafür, dass Mario Gomez vorne so viele Tore schießen kann, ist die erstaunliche Disziplin des neuen Gesamtgefüges. Die Stuttgarter haben in jedem Spiel mehr Torchancen als der Gegner, weil sie sich sehr viel bewegen. Dass wie beim FC Bayern Lustlosigkeit und mangelnde Laufbereitschaft kritisiert werden, scheint ausgeschlossen. Denn nicht nur Mario Gomez sagt, dass „Draufgehen“ Spaß macht, der Spaß am Spiel wird offensichtlich beim Rennen geweckt. Das freut die Fans und den Trainer. Die Leidenschaft muss aber schon vorher in den Spielern gewesen sein.

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