Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

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Es gibt immer wieder Tage, an denen in einem Fußballspiel alles schiefläuft, in Mainz sogar sehr oft. Das ist zunächst gar nichts Besonderes, denn auch in den ersten beiden Jahren nach dem Aufstieg hatten die Mainzer lange Negativserien und blieben dennoch in der Liga. Jetzt aber scheint der aktuelle Kader damit überfordert zu sein, die Klasse zu halten. Als ein Grund für die Dauerkrise wird der Abgang der Offensivspieler Thurk, Auer und da Silva genannt, ein zweiter sei die aktuelle Formschwäche der Innenverteidiger Friedrich und Noveski. Beides stimmt, aber nur bedingt: Das Problem ist das Defensivverhalten der ganzen Mannschaft. Beim 0:4 auswärts in Gelsenkirchen fielen alle Gegentore nach Kontern, und beim 1:6 zu Hause gegen Bremen präsentierte Mainz die schlechteste Abseitsfalle der vergangenen Bundesligajahre. Trainer Jürgen Klopp geht manchmal taktische Risiken ein, um gegen besser besetzte Teams bestehen zu können. Wenn das funktioniert und sich die Mainzer früh den Ball zurückerobern, fällt nicht auf, wie anfällig die Abwehr ist. Doch wehe, wenn nicht: Falls ein Gegner – der Hamburger SV wird dies am Samstag wie üblich zumindest versuchen – sein Spiel aus der Abwehr heraus mit schnellen Kurzpässen aufbaut und den Ball hinter die in diesem Moment offensiv postierten Mainzer bringt, wird es eigentlich immer gefährlich. Denn die hinterste Verteidigungslinie der Mainzer ist überall anfällig, über außen und durch die Mitte. Das gilt nicht nur, aber besonders bei Kontern, weil beispielsweise Manuel Friedrich nicht zu den Schnellsten zählt. Zudem hat die Mannschaft Probleme damit, geschlossen von Abwehr auf Angriff und umgekehrt umzuschalten, die vorhandenen Schwächen treten deshalb noch gravierender zutage. Jetzt will Mainz in der Winterpause neue Spieler verpflichten. Eine schwierige Aufgabe, denn neben Ersatz für die abgewanderten Offensivspieler werden erprobte Defensivspezialisten gebraucht.

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