Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

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Friedhelm Funkel gestikulierte wild am Spielfeldrand und schrie Markus Pröll an. Sein Torwart war in den letzten Spielminuten in den gegnerischen Strafraum gestürmt, um das spektakuläre Siegtor zu schießen, Trainer Funkel wollte aber, dass er hinten das Unentschieden sichert. Dabei blieb es im Uefa-Cup gegen Newcastle United dann auch. Der als langweilig geltende Funkel überraschte nach dem 0:0 mit Klopp’scher Diktion, er hätte ein „geiles Spiel“ gesehen. Der Trainer der Engländer, Glenn Roeder, war sogar „sagenhaften“ Frankfurtern begegnet. Das Spiel vor einer Woche hat gezeigt, wo die Eintracht steht: Die Mannschaft besitzt Spielkultur, ohne daraus Erfolge machen zu können, die Attraktivität der Spielanlage verschwindet hinter den mittelmäßigen Ergebnissen. Auch in der Bundesliga gab es schon acht Unentschieden. Die Frankfurter könnten schon mehr als ihre vier Siege haben, denn Funkels variable Taktik funktioniert, obwohl er die Spieler intensiv auf die Bank oder andere Positionen rotieren lässt. Meist versucht er es mit einer Viererkette und zwei defensiven Mittelfeldspielern, die drei offensiveren und der zentrale Stürmer genügen, um jederzeit schnelle Angriffszüge zu inszenieren. Zudem rückt häufig ein Verteidiger vor die Abwehr, um dort mit einer Dreierkette Spielmachern wie etwa Bremens wuseligem Diego am Samstag den Raum zu nehmen. Vorne sind die Außen Michael Thurk und Albert Streit dribbelstark und torgefährlich, Streit ist zudem ein guter Vorbereiter. Wie gut Funkels System zu seinen Spielern passt, zeigt die Tatsache, dass selbst der personifizierte Chancentod Naohiro Takahara in Frankfurt Tore schießt. Ein Star ist er aber nur in Japan. Die mannschaftliche Geschlossenheit ist Frankfurts großer Vorteil, aber auch ein Nachteil: Ohne herausragende Spieler innerhalb des Kollektivs wird der Sprung vom Langweiler zur Wertschätzung bei neutralen Fußballfans bei aller Spielkultur nicht zu schaffen sein.

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