Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

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Es ist einfach und schwierig zu beschreiben, wie der VfL Wolfsburg in dieser Saison das Fußballspielen betreibt. Einfach ausgedrückt heißt das Motto „Zerstöre und teile (die Punkte)“. Denn die Mannschaft von Klaus Augenthaler ist sehr stark darauf fixiert, dem Gegner keinen Raum zu geben und dessen Kombinationsspiel zu unterbinden. Die Entwicklung eigener Angriffsbemühungen wird nur dann in Erwägung gezogen, wenn dadurch keine Gefahr für das eigene Tor droht. Und selbst wenn ein eigener Spieler vorne den Ball hat, bleiben die Wolfsburger „tief“ stehen, das heißt, das Mittelfeld rückt nur zaghaft in die Offensive auf. Die Folge ist oft ein 0:0 und fast genauso oft ein 1:1. Der VfL hat die wenigsten Tore geschossen (kümmerliche 11) und die wenigsten kassiert (gerade einmal 14). Entsprechend wenig Strafraumszenen werden den Fans geboten, aber auch Zuschauer, die sich an taktischem Geplänkel im Mittelfeld erfreuen können, haben es mit den Wolfsburgern nicht leicht. Es bleibt nämlich bei vielen misslungenen Angriffsversuchen unklar, was überhaupt mit dieser Aktion bezweckt werden sollte. Und hier wird die Beschreibung kompliziert, weil keine Absicht hinter dem Scheitern steckt. Prinzipiell fehlt es außer Jacek Kryznowek an Mittelfeldspielern, die einen Angriffszug initiieren und auch bis zum Ende durchspielen können. Um dieses Manko zu beheben, haben die Wolfsburger vor der Saison den Argentinier Jonathan Santana als Spielmacher verpflichtet. Der hat aber Probleme mit dem Tempo, dass die wenigen Wolfsburger Offensivspieler bei ihren Angriffsversuchen vorlegen müssten, um erfolgreich zu sein. Nun soll Julio dos Santos von der Ersatzbank des FC Bayern für die Rückrunde ausgeliehen werden. Bis dahin, also am Samstag gegen die Tormaschinerie aus Bremen und im Pokal in Fürth, werden weiter die Räume eng gemacht – für den Gegner und für das eigene Spiel.

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