Sport : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

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Man kann darüber streiten, ob nun Werders Clemens Fritz, Stuttgarts Arthur Boka oder Schalkes Rafinha der beste Außenverteidiger in der Hinrunde war. Herausragend sind sie alle. Die Tatsache, dass bei den ersten vier Mannschaften der Tabelle auch die besten Außenverteidiger der Liga spielen, ist ein weiterer Beleg dafür, dass diese Position in den vergangenen Jahren zu einer zentralen geworden ist. Technisch beschlagen, gedankenschnell in der Spieleröffnung, durchsetzungsstark auf dem Weg nach vorne: Den wenigen Platz, den es neben der dichten Mitte noch gibt, sollen die Außenverteidiger effektiv nutzen. Dafür müssen sie Tempo ins Spiel bringen. Beim FC Bayern rücken Philipp Lahm und Willy Sagnol, die keine so starke Hinrunde gespielt haben, eher gemächlich mit nach vorne. Deshalb plant Felix Magath, sie weiter nach vorne vor eine Dreierkette zu stellen, um sie mehr ins Offensivspiel einzubinden. Stuttgarts Boka und Ricardo Osorio warten klug auf die richtige Gelegenheit für ihre dosierten Vorstöße. Bei Werder Bremen läuft viel über Diego in der Mitte, Fritz und Pierre Womé stehen im Angriff deshalb oft buchstäblich am Rand.

Anders ist es bei Schalke. Dort hat Rafinha nicht nur deshalb die meisten Ballkontakte, weil das Spiel aus der Abwehr über ihn eröffnet wird. Der kleine Brasilianer fordert im Mittelfeld immer den Ball und wuselt sich auch dann nach vorne durch, wenn der Gegner den Raum um ihn herum sehr eng macht. Rafinha passt perfekt ins Schalker System, weil er den Ball schnell auf die stets besetzte Außenposition im Sturm bringt oder selbst flankt, er ist eine Art Spielmacher für die rechte Seite. In Christian Pander hat er ein ideales Pendant. Wenn Pander Platz hat, beherrscht er den guten alten Flankenlauf inklusive guter Flanke, zudem ist er torgefährlich, wenn er in die Mitte zieht. Und nebenbei entlasten die beiden Lincoln in der Zentrale erheblich und verschaffen ihm so Aktionsfreiheit.

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