Sport : TAKTIKSCHULE mit Matthias Klappenbach

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Uninspiriert. Am häufigsten wird zurzeit dieses Wort benutzt, um die Spielweise von Borussia Dortmund zu beschreiben. Oft wird ihm noch das Adjektiv „seltsam“ vorangestellt. Die Fans pfeifen, die Spieler werfen sich gegenseitig mangelnden Einsatz vor, die Vereinsführung kritisiert den Trainer. Beim BVB stimmt einiges nicht. Auch das Spielsystem. Es scheint sogar eher Ursache als Symptom für die Krise beim BVB zu sein. David Odonkor für sechs Millionen Euro abzugeben, war ein gutes Geschäft, und für Tomas Rosicky, der sich sofort bestens in den Tempofußball des FC Arsenal integriert hat, gab es sogar zehn Millionen. Aber durch diese Abgänge und die Umstellung von 4-3-3 auf 4-4-2 hat Dortmunds Fußball erheblich an Geschwindigkeit verloren. Und damit an Unberechenbarkeit und an Inspiration. Die neuen Mittelfeldspieler Steven Pienaar und auch Tinga sind keine Spielmachertypen, der ohnehin verletzte Sebastian Kehl und Florian Kringe sind von Natur aus langsam. Deshalb und wegen der Schwächen der Abwehrspieler in der Spieleröffnung kommt es dazu, dass sich die Dortmunder im Mittelfeld den Ball zuschieben, ohne dabei Optionen nach vorne zu erarbeiten. Die Außenverteidiger sind zudem erstaunlich defensiv. In der vergangenen Saison hatte sich Philipp Degen noch unbeliebt gemacht, als er zu oft nach vorne stürmte, inzwischen warten die Fans sehnsüchtig auf seine Flankenläufe. In seiner Not hat Trainer Bert van Marwijk am Dienstag im Pokal Ebi Smolarek ins Mittelfeld hinter die beiden Angreifer gestellt. Auf Anhieb gut funktioniert hat das nicht. Aber Smolarek ist schnell, torgefährlich und kann annehmbar flanken. Einen Mittelfeldspieler mit diesen Fähigkeiten hat Dortmund vor der Saison gesucht. Gut möglich, dass er auch am Samstag in Nürnberg unter den Spielern gefunden wird, die schon vorher da waren. Es sei denn, das ist van Marwijk zu riskant und er bringt lieber wieder seine Ballschieber.

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