Taktikschule : Schuldige Schalker

Oft gibt es im Fußball einen Schuldigen, auf den sich in der Krise die Kritik fokussiert. Für die Fans des FC Schalke sind es derzeit sogar drei, Manager Andreas Müller, Trainer Fred Rutten – und dessen Wunscheinkauf Orlando Engelaar. Die Taktikschule mit Mathias Klappenbach.

Mathias Klappenbach
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Rutten sieht in seinem niederländischen Landsmann den idealen Passgeber im Spielaufbau der Schalker, allerdings stimmt das nur bedingt. Das liegt zum einen daran, dass Engelaar ein reiner Linksfuß und damit in seinen Handlungsoptionen limitiert ist, wenn er ohne Zeit und Raum einen Angriff initiieren soll. Zum anderen ist dem Spieler mit dem Spitznamen „Magic“ – der in den Fanforen aber meist „Magic Wurst“ genannt wird – wohl selbst nicht ganz klar, was von ihm erwartet wird. Soll er auch mal auf den Ball treten und das Spiel beruhigen, um es dann sinnvoll anzukurbeln? Oder soll er es immerzu schnell machen? Heraus kommt, dass Engelaar auf den Ball tritt, schaut und ihn dann verliert oder einen Fehlpass gibt. Folge dieser Schwäche ist, dass die Außenverteidiger und die Mittelfeldkollegen (im Derby wohl auch mal wieder Heiko Westermann) viel mehr im Spielaufbau gefordert sind. Eigentlich kann sich die Abwehr mit den wenigsten Gegentoren der Liga diese Entblößung leisten, dennoch ist der Bruch zwischen Aufbauspiel und Angriff nicht zuletzt wegen des verhinderten Passgebers Engelaar zu groß, die drei Stürmer sind oft isoliert (und haben dazu noch Probleme im Zusammenspiel untereinander). Mickrige 26 Tore hat Schalke erst geschossen. Die Geduld der Fans ist so strapaziert, dass sie bereits den Einsatz der Nachwuchsspieler Levan Kenia und Danny Latza im Mittelfeld fordern. Vielleicht gar keine schlechte Idee, denn Schalkes Probleme liegen nicht prinzipiell am 4-3-3-System, sondern eher an den Fertigkeiten des ausführenden Personals.

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